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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

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Frankl.

Bisr’s  Ansicht,  die  wohl  bei  Sähr.  und  im  Maw.  erwähnt
wird,  fehlt  bei  unserem  Autor.  Wir  übergehen  sie  deshalb,
zumal  die  eigentliche  Tendenz  Bisr’s  aus  den  genannten  Quellen ­
  nicht  deutlich  wird.
Im  Namen  eines  Abbäd 1  berichtet  unser  Autor,  er  habe
die  Frage  dadurch  zu  lösen  gemeint,  dass  er  sagte,  die  Schmerzen ­
  des  Kindes  und  der  Thiere  müssten  gut  sein,  auch  ohne
dass  damit  eine  Vergeltung  oder  ein  Lohn  verbunden  wäre;
denn  wäre  dies  der  Fall,  dann  müsste  dieser  sicherlich  in  der
gegenseitigen  Belohnung  bestehen.  Welcher  Unterschied  bestände ­
  aber  dann  zwischen  dem  geistig  entwickelten  Menschen,
der  gegen  böse  Triebe  und  dgl.  anzukämpfen  hatte  und  so
seinen  Lohn  sich  errungen,  und  dem  unentwickelten  Kinde
oder  dem  unvernünftigen  Thiere?  Und  dass  gar  kein  Unterschied ­
  bestehe,  wäre  doch  höchst  unbillig.  Das  Ungenügende
und  Ungereimte  dieses  Raisonnements  nachzuweisen,  fällt
Joseph  nicht  schwer.  Er  gibt  zu,  dass  ein  Unterschied  zwischen ­
  dem  Erwachsenen  und  dem  Kinde  bestehen  müsse.  Dieser ­
  aber  besteht  nicht  darin,  dass  des  Kindes  Leid  unbelohnt
bleiben  dürfe,  sondern  das  Kind  und  das  Thier  finden  im
Jenseits  Entgelt  ihrer  Schmerzen,  aber  ohne  Ehre,  während
die  Erwachsenen  reichen  Lohn  und  Ehre  finden.
Die  Annahme  der  Seelenwanderung,  welche  unser  Autor
der  Äbdija 1  vindicirt,  erklärt  er  gleichfalls  aus  dein  Streben,
1  u.  2  Steht  Abbäd  zur  AbdTja  in  Beziehung,  ist  er  ihr
Stifter?  Unser  Autor  lässt  keinen  Zusammenhang  vermerken.  Auch  scheint
die  Antwort  Abbäd’s  ganz  überflüssig,  wenn  die  Metempsychosis  schon
angenommen  war.  Büsst  nämlich  die  Menschenseele  im  Leibe  des  Tliieres
  oder  des  unentwickelten  Kindes  ihre  früheren  Vergehungen  ab,  dann
brauchen  ihre  gegenwärtigen  Leiden  nicht  erst  besonders  gerechtfertigt
zu  werden.  Nun  lässt  sich  wohl  denken,  dass  die  Schüler  über  ihren
Meister  weiter  hinausgingen,  dass  Abbäd  vielleicht  Bedenken  haben  mochte,
zur  Seelenwanderung,  die  denn  doch  dem  Isläm  fremd  war,  wenn  auch
nicht  blieb,  Zuflucht  zu  nehmen,  während  seine  Schüler  dies  ebenso  ungcseheut
  thaten,  wie  die  Hajitija.  Mit  Sicherheit  lässt  sich  Nichts  in  dieser
Sache  bestimmen.  Von  den  Mutaziliten,  welche  den  Namen  Abbäd  führen,
C
kommt  nur  Einer  ernstlich  in  Betracht,  und  zwar  Abbäd  al-Dumairi  (Maw.
152)  oder  al-Saimari  (Maw.  254).  Gelegentlich,  da  Zahir  al-Isfaraini  über
die  Himärija  spricht,  erwähnt  er  auch  Abbäd’s  ibn  Suleimän  al-Saimari
(Daimari)  und  seiner  Ansicht,  dass  diejenigen,  welche  Gott  bei  dem  Mash
(Transformation)  in  Alfen  und  Schweine  verwandelt  habe,  nachher  Men-
            
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