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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

Ein  rautazilitisclier  Kalära.

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als  Anleitung  für  zukünftiges  Verhalten  aufgefasst  werden.
Wenn  Gott  aber  das  Kind  mit  Schmerzen  quält,  wie  lässt  dies
sich  rechtfertigen?  Diese  Frage  erfuhr  in  mütazilitischen  Kreisen ­
  eine  gründliche  Behandlung.  Die  älteste  Lösung  findet  sich
bei  Sahrastäni  gar  nicht,  wird  im  Mawäkif  1  ohne  Namen  ihres
Urhebers  nur  angedeutet.  Unser  Autor  hat  sie  uus  erhalten,
und  ausser  ihm  noch  Zahir  al-Isfaraini 2 .  Sie  geht  zurück  auf  Bakr
ibn  Ahsäb, 3  einen  Zeitgenossen  al-Nazzäm’s.  Sie  leugnet  einfach ­
  die  Thatsache.  ,In  Wirklichkeit  empfindet  das  Kind  keinen ­
  Schmerz,  selbst,  wenn  es  einen  solchen  kundzugeben
scheint.'  Es  wäre  kaum  nöthig,  meint  Joseph,  einer  so  offenkundigen ­
  Unwahrheit  erst  ernsthaft  entgegenzutreten,  wenn
nicht  einige  Leute  sich  dadurch  leicht  beirren  lassen  könnten,
dass  sie  annähmen,  Wissen  und  Empfinden  seien  Eins,  und
wie  das  Kind  Nichts  wisse,  empfinde  es  auch  Nichts.  Diese
Ansicht  ist  aber,  wie  schon  früher  bewiesen  wurde,  irrig.  N
1  P-  153:  (jyl
Lg^iJJbtJI  «-oll  LgJyö-0  j*tjj.JI  ^  Lyc.
2  Vgl.  Haarbrücker  Anmerkungen  zum  Sahr.  S.  4'20  u.  ff.  Unter  den  werthvollen
  Auszügen,  die  Haarbrücker  aus  Zahir’s  Schrift,  Cod.  or.  23«  Quart,
in  Berlin,  gemacht  hat,  finden  sich  auch  einige  Sentenzen  der  Bakrija,
von  denen  die  letzte  mit  der  Angabe  unseres  Autor’s  Namens  der
völlig  übereinstimmt.  Herr  Dr.  Steinschneider  in  Berlin  hatte  die  Güte,
für  mich  den  bezeiehneten  Berliner  Codex  nochmals  durchzugehen,  und
bestätigte  die  Genauigkeit  und  Vollständigkeit  der  Angaben  Haarbrücker’s.
3  Bei  v.  Hammer  [Wiener  Jahrbücher  Band  101,  S.  21]  ist  Bakr  der  Neffe
Ahsäb’s.  Herr  Dr.  Steinschneider  machte  mich  darauf  aufmerksam,  dass
Uri  im  Cataloge  unter  Nr.  309  eine  Piece  von  einer  Seite  übergangen
hätte.  Es  findet  sich  nämlich  im  M.  S.  Hunt.  162  in  Oxford  ein  kleiner
Auszug  aus  einer  ßisaleth  Abul-Käsim’s  [Ahmad  Ibn  al-Horasäni]  vor,
wo  T  erwähnt  werden,  darunter  auch  die  der  Bakrija.  Herr  Adolf
Neubauer,  gegenwärtig  in  Oxford,  war  so  gütig,  mir  den  Passus  über
die  Bakrija  zu  copiren.  Die  Angabe  ist  so  kurz  und  wahrscheinlich  so
sehr  aus  dem  ganzen  Zusammenhänge  herausgerissen,  dass  sie  fast  gar
nicht  verständlich  ist.  Wir  tlieilen  sie  mit:  1  Lol
Lil.  |JI  jJjtJI  3  qujJ  ^1  ä-iblts.
IjO  adüsbl  yßlL  l<A^  iJ-LLj  sui  |Jbfl
vielleichtJ  .(?)  Le  ^11  [V-2-d-C.  j»lt)ö  Lo  ^11
            
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