Ein inutazilitischer Kal am.
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Gott Gewalt übe 7 weil das Böse nur dann böse ist, wenn wir
es üben, die wir geschaffen sind, und an die Gottes Offenbarung
gelangt ist, nicht aber, wenn Gott es übt, der Schöpfer
und Herrscher ist, und Niemandes bedarf. Diese Methode
führt nothwendig zur Annahme, dass auch die Lüge für Gott
nichts Böses sei. Aber weil sie das Schwert (der Inquisitionsbehörde
?) fürchten, dürfen sie dies nicht zugeben und kommen
mit Ausflüchten, die ihnen wenig helfen. Erzählt wird
von einem Manne, Namens Ätija, 1 der zu dieser Secte gehörte,
dass er die Kühnheit gehabt hätte, zu behaupten, dass in Wirklichkeit
auch die Lüge für Gott möglich sei; denn, so sagte
er — wenn ich einem Knaben Näschereien versprochen habe
und dann mein Versprechen nicht erfülle, so ist dies doch
nicht schlimmer, als wie wenn ich ihn geschlagen hätte/' 2 ) Die
meisten Gabariten waren wohl nicht so kühn, sondern machten
erzwungene Unterschiede zwischen Lüge und Gewalt. Sie
rechtfertigten ihr Verfahren, indem sie sagten, es müsse ein
Unterschied vorherrschen; denn, ,wäre auch die Lüge für Gott
möglich, was könnte ihn dann uns als glaubwürdig erscheinen
lassen? ( (!) Andere sagten, ,die Glaubwürdigkeit der Offenbarung
sei auf Gottes Wesensprädicat der Rede zurückzuführen/ Aber
selbst zugegeben ■—• was übrigens oben bestritten und widerlegt
worden, — Gott sei seinem Wesen nach ein Redender,
so liegt doch darin nicht auch zugleich die Bürgschaft dafür,
dass er seinem Wesen nach ein wahr Redender sei. Ferner:
wäre die Offenbarung allein der Maassstab alles Guten und
Bösen, dann müsste die Annahme richtig sein, dass, wenn Gott
die Gebote verboten und die Verbote geboten hätte, das Gute
böse und das Böse gut geworden wäre, und das ist ungereimt.
Endlich: wenn die ethischen Begriffe sich blos aus der Offen-1
Diesen identificire ich mit ‘Atija al-GurgänT bei Sahr. a. a. 0. S. 149 u. ff.,
dem Freunde Saibän’s, von dem ja berichtet wird, dass er mit Gahm
ibn Safwän bezüglich des Gabar iibereingestimmt hätte. Von der GahmTja,
welche gegen 750 gegründet winde, — vgl. Kremer a. a. 0. I.
Note 20, — erzählt unser Autor, der wohl in der Hälfte des 10. Jahrhunderts
unser Muht, schrieb, er habe trotz seiner weiten Reisen keinen
von ihnen gesehen, sie müssten daher nur Wenige sein. Muht. Cap. 33.
Vgl. Note IX.
2 Vgl. Note VIII.