Ein mutazilitischer Kaläm.
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Sie sagen zu uns: ,1hr habt blos das Wort gewechselt; aber
Eurer Rede Sinn ist derselbe wie der der ihrigen; denn sie
sprechen ja gerade in derselben Weise von Sifa, wie Ihr vom
IIäl.‘ Die Sache verhält sich aber ganz anders, als wie diese
Leute glauben; denn wisse: zuerst wird der Gedanke erfasst,
erst hernach wird der Ausdruck dazu gegossen. Oftmals gelingt
es da nicht, • den Ausdruck dem Gedanken knapp anzupassen.
Man nimmt dann nothgedrungen einen weitern Ausdruck und
schiesst leicht über das gewünschte Ziel hinaus. Unsere Gegner
hätten darum tiefer in den Sinn unseres Ausdruckes eindringen
müssen, und nicht beim oberflächlichen Scheine stehen
bleiben dürfen, um darnach unsere Ansicht zu widerlegen. Sie
fragen nämlich: ,Ist der Zustand Gottes als des Allwissenden
— Gott selbst, oder ein Anderer — als Er? Ist der Zustand
Gottes als des Allmächtigen derselbe, wie der als des Allwissenden
?' Es wird dann mit uns ebenso verfahren, wie wir
mit der Kiläbija verfahren sind. Aber dabei haben sie blos
den Ausdruck auf die Waagschale gelegt. Es besteht aber
zwischen uns und der Kiläbija der Unterschied, dass der deutliche
und offenkundige Sinn des Ausdrucks ,Sifa', das sie Gott
beilegten, nothwenflig auf die Annahme eines Erkennbaren
und Unterscheidbaren führt, da sie Gottes ,ein Wissender sein'
auf eine Ursache zurückführen und uns, ihren Gegnern entgegenhalten,
dass wir im Rechte wären (die Ursachen zu leugnen),
wenn es möglich wäre, dass Gott olme ,Wissen' ein
Wissender sein könnte; dies aber sei unbegreiflich. Hier aber
muss der Unterschied zwischen uns und Gott geltend gemacht
werden. Bei uns Menschen mussten wir ein ,Wissen' als Ursache
unseres Wissens voraussetzen, weil wir auch aufhören
können, Wissende zu sein, und weil unser Prädicat, als etwas
in der Endlichkeit Entstandenes, einer Ursache seines Entstehens
bedarf; während Gott als ein von Ewigkeit her Wissender
natürlich auch ohne Ursache es sein muss. W enn sie (sc.
die Kiläbija) nun einerseits behaupten, Gottes ,Wissen' sei
weder Gott selbst, noch etwas ausser ihm Bestehendes; andrerseits
aber dasselbe als Ursache seines ,ein W issender sein 1 annehmen,
so befinden sie sich im Widerspruche mit sich selbst,
weil sie einem imd demselben W orte verschiedene Begriffe
unterlegen. Wir aber reden von ,Zuständen' in ganz anderem
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