Eiu mutazilitischer Kaläm.
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unserer Sinnesorgane, sondern in Gottes Unkörperlichkeit,
welche für einen sinnlichen Organismus schlechthin unerfassbar
ist.
Gott ist in Wahrheit Eins. Was wir Menschen sonst
Eins nennen, ist dies nur im metaphorischen Sinne. Er ist untheilbar
und hat neben sich keinen Genossen; denn, gäbe es
noch eine zweite Gottheit, dann könnte möglicherweise der
eine von Beiden das Gegentheil von dem wollen, was der andere
will. Derjenige nun, dessen Wille geschähe, wäre dann
in Wirklichkeit Gott. Der Einwand, dass sie in ihrer Weisheit
nie Derartiges thun würden, besagt Nichts, weil doch wenigstens
die Möglichkeit ins Auge gefasst werden muss, und der
muthmasslich Stärkere wäre wirklich Gott. Ferner, gäbe es
zwei Gottheiten, dann müssten sie einander völlig gleichen und
an allen Wesensprädicaten in gleicher Weise participiren. Was
könnte aber diese Zwei in ihrer Zweiheit erhalten? Was stellt
sich zwischen die Beiden, dass sie nicht Eins seien ? Bei Körpern
ist es der Raum, der Zwei von einander sondert. Da aber
die Gottheiten unkörperlich gedacht werden müssen, also nicht
im Raume sind, was wäre das Kriterium ihrer Zweiheit?
In Bezug auf die Erkenntniss der Einheit und Einzigkeit
Gottes kann derjenige, der nicht gerade Verständniss hat für
speculative Untersuchungen, sich mit dem Glauben an das beruhigen
, was der Prophet über die Einheit Gottes gekündet.
Für ihn genügt die Stütze des Bibelverses: ,Höre Israel, der
Herr, unser Gott, ist einig einzig* (Deut.VI, 4.); denn unerlässlich
war nur die Pflicht, zu den Prädicaten der Macht und der
Weisheit Gottes auf dem Wege speculativer Erkenntniss zu
gelangen, weil sie die Grundlage bilden für die Glaubwürdigkeit
des Prophetenworts. Ist aber diese gesichert, dann kann
der Offenbarungsgläubige in Bezug auf Gottes Leben, Empfindungsfähigkeit,
Existenz, Ewigkeit und Einheit-Einzigkeit sich
an das geoffenbarte Wort Gottes anlehnen. ')
1 Vgl. des älteren Aaron’s Mibehar zur Stelle und des jüngeren Aaron’s
Ez Chajim S. 79 und 80. Von den beiden Auffassungen der Worte unseres
Autors, die übrigens nicht viel variiren, ist Aaron b. Elia’s die
richtigere.
Sitzt, a. pliil.-hist. CI. LXXI. Bd. I. Hft. 13