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Frankl.
theilnehmen, ohne jedoch darum auch am Prädicate ,mächtig*
gleichen Antheil zu haben. So ist z. B. der Kranke, ebenso
wie der Gesunde, existent, lebend und wissend, leistet aber
dennoch nicht dasselbe, und ist darum auch nicht mächtig zu
nennen. Wenn Gott ein ,Mächtiger*' genannt wird, so ist darunter
zu verstehen, dass ihm die Schöpfung der Welt möglich
geworden.
Wenn nun das Schaffen und Hervorbringen eines Werkes
überhaupt zum Prädicate der Macht berechtigt, so bezeugt
die Gelungenheit und die harmonische Vollendung eines Werkes
die Fähigkeit und die Weisheit seines Meisters, ln diesem
Sinne legen wir darum Gott ein neues Prädicat des Wissens
bei, welches aus einer neuen Seite der Weltbetrachtung sich
ergibt. Nun könnte man einwenden, wenn die Schönheit der
Pflanzenwelt, die Gesetzmässigkeit im Wandel der Gestirne
imd vor Allem die Schöpfung des Menschen die Fähigkeit
ihres Schöpfers erweisen, dann müsste ja auch im entgegengesetzten
Falle, das Misslingen eines Werkes auf die Unfähigkeit
des Meisters hindeuten. Und die Missbildungen innerhalb
der Natur, besonders die Missgestaltung einiger Menschen, die
mit Gebrechen behaftet sind, bezeugen sie nicht das Unvermögen
oder die Unkunde ihres Erzeugers, Gottes? Nein —
antwortet unser Autor. — Ebenso, wie dem ,Mächtigen* nicht
die Macht abgesprochen werden kann, weil er nicht fortwährend
schöpferisch wirkt, da der Schaffenstrieb nicht immer rege
sein muss, ebenso wenig darf demjenigen, von welchem einmal
erwiesen ist, dass ihm das Prädicat des Wissens zukommt,
dasselbe wieder abgesprochen werden, wenn er einmal ein
minder gelungenes Werk liefert. Dahinter kann oftmals eine
tiefere Absicht stecken. Wie der Kundige oftmals seine
Fähigkeit verbirgt, wie er mitunter Untüchtiges schafft, um
sich dadurch dem lästigen und gefährlichen Frohndienste eines
Herrschers zu entziehen, der die tüchtigen Kräfte an seinen
Hof zieht, wie König David sich vor Achisch einem Wahnsinnigen
gleich geberdete, ohne es darum auch in Wirklichkeit
zu sein (Könige I, 21, 14), weil er dadurch die Rettung seines
Lebens erzielen wollte; so hatte Gott sicherlich einen tieferen
Grund, warum er die Missgeburten schuf. Sie dienen dazu,