Ein rautazilitischer Kaläm.
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Wisse, dass die Nöthigung, nach Verstandesbeweisen zu
suchen, in der Unmöglichkeit liegt, die Aussage der Propheten
ohne Weiteres von uns zu weisen und das Joch einfach dadurch
von uns abzuschütteln, dass wir erklären: Wir wollen
auf Euch nicht hören. Darum ist es nöthig, ihre Zeichen
zu prüfen. Der Weg dazu führt über den Beweis, dass dies
Wunder das Werk eines Allweisen sei, der durch die Ausführung
desselben seinen Gesandten legitimiren wollte. Da nun
Gott nicht sichtbar ist, so kann er nur durch seine Werke
für uns erkennbar werden, weil diese, wie z. B. unsere Körper,
nicht von uns geschaffen sein können. So sagt auch Hiob
(Hiob 16, 29): ,Aus meinem Fleische erkenne ich Gott/ Nunmehr
ist unsere Methode vorgezeichnet: Zuerst müssen wir
das Geschaffensein der Körper erkennen: dann können wir
daraus beweisen, dass sie eines weisen Schöpfers bedürfen.
Unmöglich aber ist es gestattet, dies aus den Worten des Propheten
zu erhärten, weil ja unser Wissen von der Glaubwürdigkeit
des Propheten ein posterius ist gegenüber der Erkenntniss
von der Weisheit seines Senders. Darum ist des Propheten
Wort nicht eher beweiskräftig, als bis wir den Schöpfer
erkannt haben. Die Erkenntniss Gottes ist demnach ,WurzeP,
die des Propheten ,Zweig'. Dies zu ergründen, ist die erste
Pflicht desjenigen, dessen Verstand bereits entwickelt/ (Vgl.
Note III.)
Es folgt die Erklärung derjenigen Kunstausdrücke, von
denen man im Beweise für die nothwendige Annahme eines
Schöpfers Gebrauch machte. Es werden besprochen die Begriffe:
,Ding‘ (j>tt) mit seinen Abtheilungen ,existirend‘ und
,nicht-existirend‘, von denen die erste wieder eine Theilung
in ,ewig‘ und ,geschaffen' zulässt. Unterschieden werden die
,Atome' von den ,Accidenzen'. Diese zerfallen sodann in solche,
welche nur einen Moment andauern, und solche, denen eine
längere Dauer zukommt. 1 Von den Accidenzen werden besonders
,Trennung' und ,Verbindung', ,Bewegung' und ,Ruhe‘ —
im Compendium kurz, im Muhtawi ausführlich — behandelt.
Wenn die metaphysischen Subtilitäten, welche den Gegenstand
des Streites zwischen den Schulen von Bagdad und Basra und
1 Vgl. Maimonides Moreh Neb. I. 73, 7.