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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

Ein  mutazilitisclier  Kaläm.

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Träger  hervorgebracht.  Dies  gleicht  aber  vollkommen  dem
Prädicate  Gottes,  dass  er  ein  Empfindender  sei'.  Und  so,  wie
das  Capitel  über  Gottes  Empfindungsfähigkeit  in’s  Einheitsbekenntniss
  aufgenommen  wurde,  obgleich  er  nur  dann  empfindet, ­
  wenn  ein  Gegenstand  der  Empfindung  vorhanden  ist;
mit  demselben  Rechte  gehört  auch  der  Wille  dahin;  denn  der
Wille  ist  der  Empfindung  analog.  Setzt  jener  eine  Ursache
voraus,  setzt  dieser  dafür  eine  Bedingung  voraus.  Es  steht
demnach  zu,  das  Capitel  über  den  Willen  dem  Einheitsbekenntnisse ­
  einzuverleiben,  oder  auch  aus  dem  früher  angegebenen
Grunde  dasselbe  in  die  Gruppe  der  Gerechtigkeit  zu  verlegen 2 .
Gottes  Wort  ist  sicherlich  ein  Werk  Gottes;  und  die  Besprechung ­
  desselben  gehörte  offenbar  in  die  Gerechtigkeitsgruppe; ­
  allein,  weil  die  Methode  unserer  Gegner 3  hierin  vollkommen ­
  der  Methode  der  Christen  bezüglich  der  saävs?  gleicht
—  die  wir  früher  bereits  besprochen  haben  und  deren  nochmalige ­
  Besprechung  hier  unnöthig  ist  —  haben  wir  die  verwandten ­
  Partien  aneinandergerückt  und  auch  das  göttliche
Wort  ini  Einheitsbekenntniss  behandelt;  ähnlich  wie  einer  der
1  Der  Karäer  Aaron  b.  Joseph  —  circa  1290  —  beklagt  sich  in  seinem
Bibelcommentare  .Mibehar'  (Goslow  1835)  p.  15^  über  die  ripnB“  “ö-fl,
d.  h.  die  Mutaziliten.  Diese  —  sagt  er  —  bemühten  sich,  Gottes  Unkörperlichkeit ­
  zu  beweisen  und  gestatteten  dennoch  das  Prädikat
=  Empfindender.  Dadurch  haben  sie  sich  in  Widerspruch  zu  sich  selber
gesetzt,  und  sie  hätten  jedenfalls  besser  gemacht,  wenn  sie  für  Empfindung ­
  —  Wahrnehmung  gesetzt  hätten.  Vgl.  dazu  Aaron  b.  Elia’s
,Ez  Chajinr  (ed.  Delitsch)  p.  99.  Sicherlich  zielt  jener  Vorwurf  auf
unseren  Autor,  dessen  Muhtawi  bei  den  Späteren  nicht  allein  noch  den
Namen  mO'JB  “1SC,  sondern  auch  den  “ipnöH  1BD  führte.  Vgl.  Delitzsch
Onomastikon  zum  Ez  Chajim  S.  321.  Vielleicht  trifft  die  Schuld  den
Uebersetzer,  über  dessen  Ungeschicklichkeit  schon  die  Alten  Klage  führten.
Der  Vorschlag,  für  Empfindung  den  Ausdruck  einer  geistigeren  Thätigkeit
  zu  setzen,  stimmt  übrigens  mit  der  Auffassung  einiger  Schüler  des
Abu-Häsim  überein.  Vgl.  Sahr.  ed.  Haarbr.  S.  85.
2  Unser  Autor  hat  von  der  Möglichkeit  dieser  beiden  Auffassungen  Gebrauch
gemacht.  Im  Muht,  befolgt  er  die  Methode,  die  ihm  persönlich  zusagt,
und  für  die  er  hier  so  warm  auftritt.  Im  Compendium  hält  er  die  Schablone
ein,  weil  er  dem  Anfänger  eben  ein  gewöhnliches  Wurzelbuch  in  die  Hand
geben  wollte.
2  Welche  die  Ewigkeit  des  göttlichen  Wortes,  des  Xoyo?,  annahmen  und  dies
ewige  Wort  weder  mit  Gott  selbst  identificirten,  noch  auch  als  etwas
ausserhalb  seiner  Wesenheit,  Bestehendes  gelten  liessen.
            
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