Ein mutazilitisclier Kaläm.
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Träger hervorgebracht. Dies gleicht aber vollkommen dem
Prädicate Gottes, dass er ein Empfindender sei'. Und so, wie
das Capitel über Gottes Empfindungsfähigkeit in’s Einheitsbekenntniss
aufgenommen wurde, obgleich er nur dann empfindet,
wenn ein Gegenstand der Empfindung vorhanden ist;
mit demselben Rechte gehört auch der Wille dahin; denn der
Wille ist der Empfindung analog. Setzt jener eine Ursache
voraus, setzt dieser dafür eine Bedingung voraus. Es steht
demnach zu, das Capitel über den Willen dem Einheitsbekenntnisse
einzuverleiben, oder auch aus dem früher angegebenen
Grunde dasselbe in die Gruppe der Gerechtigkeit zu verlegen 2 .
Gottes Wort ist sicherlich ein Werk Gottes; und die Besprechung
desselben gehörte offenbar in die Gerechtigkeitsgruppe;
allein, weil die Methode unserer Gegner 3 hierin vollkommen
der Methode der Christen bezüglich der saävs? gleicht
— die wir früher bereits besprochen haben und deren nochmalige
Besprechung hier unnöthig ist — haben wir die verwandten
Partien aneinandergerückt und auch das göttliche
Wort ini Einheitsbekenntniss behandelt; ähnlich wie einer der
1 Der Karäer Aaron b. Joseph — circa 1290 — beklagt sich in seinem
Bibelcommentare .Mibehar' (Goslow 1835) p. 15^ über die ripnB“ “ö-fl,
d. h. die Mutaziliten. Diese — sagt er — bemühten sich, Gottes Unkörperlichkeit
zu beweisen und gestatteten dennoch das Prädikat
= Empfindender. Dadurch haben sie sich in Widerspruch zu sich selber
gesetzt, und sie hätten jedenfalls besser gemacht, wenn sie für Empfindung
— Wahrnehmung gesetzt hätten. Vgl. dazu Aaron b. Elia’s
,Ez Chajinr (ed. Delitsch) p. 99. Sicherlich zielt jener Vorwurf auf
unseren Autor, dessen Muhtawi bei den Späteren nicht allein noch den
Namen mO'JB “1SC, sondern auch den “ipnöH 1BD führte. Vgl. Delitzsch
Onomastikon zum Ez Chajim S. 321. Vielleicht trifft die Schuld den
Uebersetzer, über dessen Ungeschicklichkeit schon die Alten Klage führten.
Der Vorschlag, für Empfindung den Ausdruck einer geistigeren Thätigkeit
zu setzen, stimmt übrigens mit der Auffassung einiger Schüler des
Abu-Häsim überein. Vgl. Sahr. ed. Haarbr. S. 85.
2 Unser Autor hat von der Möglichkeit dieser beiden Auffassungen Gebrauch
gemacht. Im Muht, befolgt er die Methode, die ihm persönlich zusagt,
und für die er hier so warm auftritt. Im Compendium hält er die Schablone
ein, weil er dem Anfänger eben ein gewöhnliches Wurzelbuch in die Hand
geben wollte.
2 Welche die Ewigkeit des göttlichen Wortes, des Xoyo?, annahmen und dies
ewige Wort weder mit Gott selbst identificirten, noch auch als etwas
ausserhalb seiner Wesenheit, Bestehendes gelten liessen.