Ein mutazilitisclier Kaläm.
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Wissen und Empfinden seien Eins und es käme Gott für seine
Empfindungsfähigkeit kein neues Prädicat zu. Dasselbe berichtet
Sahr. im Namen al-Käbi’s, des Hauptes der Bagdäd’scheu
Mütazila. ,Gott ist ein und ein heisst blos, dass
er alle sichtbaren und hörbaren Dinge wisse/ Dagegen
polemisirt nun unser Autor, und da er dies oftmals thut, so
geht daraus hervor, dass er seiner Gesinnung nach zur Schule
von Basra gehört hat. Ferner schrieb er, wie wir gesehen
haben, eine Schrift ,übev die Zustände des Schöpfers' [Thäters]
oder ,der Handlungen'. Das Wort ,Zustände' lässt
vermuthen, dass die Schrift im Sinne Abu-Häsim’s, des Urhebers
der Zustands-Theorie, geschrieben worden ist. Was
endlich am unzweideutigsten die Beziehungen Joseph’s zur
Bahsamija klarlegt, ist der Umstand, dass er iu einer später
mitzutheilenden Stelle seine Ansicht betreffs der göttlichen
Wesens-Eigenschaften stillschweigend mit der The.orie Abu-Häsim’s
identificirt und sich gegen Angriffe wehrt, wie sie nur
von Seite der Gubbäija gegen die Schule des Abu-Häsim
erhoben werden konnten '.
Also die Befähigung Joseph’s, ein Wurzelbuch nach mütazilitischem
Muster zu verfassen, wird man nach diesen Auseinandersetzungen
kaum mehr in Abrede stellen können. Und
es handelt sich nunmehr lediglich noch darum, ob unser Autor
ein solches hat schreiben wollen. Die Worte unsres Autors
entheben uns jeder weiteren Beweisführung. Gegen Schluss
des 40. Capitels des Muhtawi sagt er, über die Zuverlässigkeit
der Sendung Moses und deren ewige Geltung habe er in einer
besondern Abhandlung gesprochen, und fährt fort:
Und in dieser unserer Schrift, obgleich sie den Namen
führt, d. h. ,ein die Wurzeln der Religion umfassendes
Buch', und die Principien des Zusammenhanges der Gesetze
mit ihnen und die Besprechung der Einzelnheiten derselben
in diesen Rahmen gehören, so haben wir dennoch aus
Furcht, allzu weitläufig zu werden und das gewünschte Ziel
zu überschreiten, uns darauf beschränken müssen, in Kürze
Noch zwingender stellt sieh dies heraus, wenn er Ein Mal und
einander gegenüberstellt.
1 Vgl. unten S. 194 u. ff.
Sitzb. d. pMl.-hist. CI. LXXI. Bd. I. Hft.
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