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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 70. Band, (Jahrgang 1872)

Zendstudien.  III.

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Bei  dem  ersteren  Falle,  nämlich  dem  Nominativ  singul.  der
Participia  praes.  act.  in  -ant  ist  die  Sache  ganz  so  wie  hei  einzelnen
mittelst  des  Suffixes  -tar  gebildeten  Formen  aufzufassen,  welche
ich  im  zweiten  Hefte  dieser  Studien  besprochen  habe;  für  den
zweiten  Fall  bieten  eine  ganz  passende  Analogie  die  Themen
in  -anh  =  altind.  -as,  welche  als  letztes  Glied  in  Compositis
sich  in  -a  auslautend  (entstanden  aus  as)  repräsentiren,  vgl.
-tbaeia,  -dvaesa,  -cina,  -baodha,  -cjarena,  -paepa,  -fratha,  -bareza,
welche  für  -tbaesanh,  -dvaesanh,  -cinanh,  -baodhanh,  -qarenanh,
-paecaiih,  -frathanh,  -barezanh  stehen.  Es  ist  also  anzunehmen,
dass  geradeso  wie  die  Themen  auf  -anh  in  solche  auf  -a  übergegangen ­
  sind,  ebenso  aus  den  Themen  auf  -an  Themen  in  -a
sich  entwickelt  haben.  Diese  Ansicht  scheint  um  so  richtiger
zu  sein,  als  die  Entwicklung  von  Themen  auf  -an  zu  Themen
auf  -a  nicht  nur  im  ersten  Gliede  eines  Compositums,  sondern
auch  im  letzten  Gliede  desselben  sich  nachweisen  lässt.  Man
begegnet  nämlich  Formen  wie  -afcma,  -acriia,  -casma,  -dasma,
neben  den  Themen  -afpman,  -acman,  casman,  -dasman  u.  s.  w.
II.  Ueber  die  Zeichen  w,  jo  und  w*.
Die  Laute,  welche  unter  den  Formen  dieser  drei  Zeichen
im  Altbaktrischen  uns  entgegengetreten,  sind,  so  oft  sie  auch,
namentlich  in  den  Handschriften,  mit  einander  wechseln,  doch
von  einander,  was  ihren  Ursprung  und  etymologischen  Wex-th
anbelangt,  sehr  verschieden.
Das  erste  der  Zeichen,  nämlich  w,  ist  nichts  anderes  als  der
Ausdruck  für  einen  durch  vorhergehendes  y  abgefärbten  a-Laut,
in  derselben  Weise  wie  dieses  a  durch  den  Einfluss  vorhergehender ­
  Labiallaute  zu  \  verdunkelt  wird;  z.  B.  pVc/IX  (yezi)
=  altind.  yadi,  (yehe),  (uer-dw(yenhe)  =  altind.  yasya,
(kärayeiti)  =  altind.  kärayati,  (ätäpayeiti)
=  altind.  ätapayati,  XU  (yesti)  =  altind.  isti  (=  yasti).
In  den  Formen  (yirna),  (‘JCZ  (yhn)  —  altind.  yama,  yam
erscheint  diese  Abfärbung  bis  zum  i  durehgeführt.
Diesem  Ursprünge  entsprechend  ist  w  ein  durchwegs
kurzer  Vocal  (nicht  anceps,  wie  Spiegel,  Altbaktrische  Grammatik, ­
  S.  55,  bemerkt)  und  hat  mit  den  beiden,  folgenden,
nämlich  jo  und  w“,  nichts  zu  schaffen.
            
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