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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 70. Band, (Jahrgang 1872)

Zendstudien.  III.

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Ein  Wechsel  zwischen  w“  und  4,  zum  Beweise,  dass
beide  vollkommen  gleichwerthig  sind,  tritt  uns  in  33*5*4  (vaeda)
oder  -*'^ks-‘4  (vaedha)  =  griech.  olSa,  owe  und  -*<<>.»41?  (vo^ta)
=  griech.  owOa  entgegen,  ferner  in  den  beiden  Formen  ep49t4
(vidoyum)  und  (haroyüm),  zwei  Accusativen,  im  Gegensatz ­
  zu  ihren  Nominativen  -">>*33,4  (vidaeva)  und  -“»«"kev
(haraeva),  welches  letztere  zwar  nicht  belegt,  aber  aus  dem
altpersischen  haraiva  mit  vollkommener  Sicherheit  zu  erschlossen ­
  ist.
Die  altbaktrische  Form  1  6  go  (soithra)  entspricht  der
indischen  ksetra,  der  Genitiv  j o4’4<»5.  (garois)  von  *b"<o  (gairi)
entspricht  dem  altindischen  gires  statt  gares  von  giri  statt
gari;  ebenso  decken  sich  die  Optativformen  -*o4hy  (barois),
(6*4^)  (baroit)  mit  den  altindischen  bhares,  bliaret,  und  in  Betreff ­
  des  Diphthongs  noch  besser  mit  den  griechischen  <pspot?,  ©spot.
Nachdem  in  den  bisher  behandelten  Fällen  \  unzweifelhaft ­
  als  Vertreter  von  altem  a,  mithin  als  reine  Kürze  sich
erwiesen  hat,  so  bleiben  uns  noch  jene  Fälle  zu  betrachten
übrig,  in  denen  \  an  Stelle  von  alten  as,  an  erscheint,  welche
in  demselben  "  einen  dem  altindischen  6  gleichwerthigen  Vocal
vermuthen  lassen  könnten.
Nun  ist  es  für’s  Erste  vollkommen  unzulässig,  specitiscli
indische  Lauterscheinungen  ohne  Weiteres  aufs  Altbaktrische
zu  übertragen  und  es  lässt  sich  auch  ferner,  wenn  man  einen
dem  indischen  analogen  Process  im  Altbaktrischen  annimmt,
dei’selbe  mit  den  sonstigen  Lautgesetzen  desselben,  sowie  mit
den  Gesetzen,  welche  das  dem  Altbaktrischen  zunächst  verwandte ­
  Altpersische  uns  zeigt,  nicht  in  Uebereinstimmung
bringen.
Gegenüber  einem  altbaktrischen  (bagho)  Nominativ
singularis  des  Themas  -“tej  (bagha)  bietet  das  Altpersische  die
Form  baga,  gegenüber  einem  altbaktrischen  (baghäftho)
Nominativ  pluralis  desselben  Themas  die  Form  bagäha.  Das
Altpersische  belehrt  uns  in  Betreff  dieser  Fälle,  dass  das  schlusshafte ­
  s  der  Urform  bagas,  bagäsas  ganz  regelrecht  nach  a  in
h  übergegangen  und  als  solches  geschwunden  ist.  Nun  ist  aber
kein  Hinderniss  vorhanden,  denselben  Vorgang  auch  im  Altbaktrischen ­
  anzunehmen,  da  er  mit  den  sonstigen  Lautgesetzen
desselben  im  vollkommensten  Einklänge  sich  befindet.
            
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