Zendstudien. III.
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Ein Wechsel zwischen w“ und 4, zum Beweise, dass
beide vollkommen gleichwerthig sind, tritt uns in 33*5*4 (vaeda)
oder -*'^ks-‘4 (vaedha) = griech. olSa, owe und -*<<>.»41? (vo^ta)
= griech. owOa entgegen, ferner in den beiden Formen ep49t4
(vidoyum) und (haroyüm), zwei Accusativen, im Gegensatz
zu ihren Nominativen -">>*33,4 (vidaeva) und -“»«"kev
(haraeva), welches letztere zwar nicht belegt, aber aus dem
altpersischen haraiva mit vollkommener Sicherheit zu erschlossen
ist.
Die altbaktrische Form 1 6 go (soithra) entspricht der
indischen ksetra, der Genitiv j o4’4<»5. (garois) von *b"<o (gairi)
entspricht dem altindischen gires statt gares von giri statt
gari; ebenso decken sich die Optativformen -*o4hy (barois),
(6*4^) (baroit) mit den altindischen bhares, bliaret, und in Betreff
des Diphthongs noch besser mit den griechischen <pspot?, ©spot.
Nachdem in den bisher behandelten Fällen \ unzweifelhaft
als Vertreter von altem a, mithin als reine Kürze sich
erwiesen hat, so bleiben uns noch jene Fälle zu betrachten
übrig, in denen \ an Stelle von alten as, an erscheint, welche
in demselben " einen dem altindischen 6 gleichwerthigen Vocal
vermuthen lassen könnten.
Nun ist es für’s Erste vollkommen unzulässig, specitiscli
indische Lauterscheinungen ohne Weiteres aufs Altbaktrische
zu übertragen und es lässt sich auch ferner, wenn man einen
dem indischen analogen Process im Altbaktrischen annimmt,
dei’selbe mit den sonstigen Lautgesetzen desselben, sowie mit
den Gesetzen, welche das dem Altbaktrischen zunächst verwandte
Altpersische uns zeigt, nicht in Uebereinstimmung
bringen.
Gegenüber einem altbaktrischen (bagho) Nominativ
singularis des Themas -“tej (bagha) bietet das Altpersische die
Form baga, gegenüber einem altbaktrischen (baghäftho)
Nominativ pluralis desselben Themas die Form bagäha. Das
Altpersische belehrt uns in Betreff dieser Fälle, dass das schlusshafte
s der Urform bagas, bagäsas ganz regelrecht nach a in
h übergegangen und als solches geschwunden ist. Nun ist aber
kein Hinderniss vorhanden, denselben Vorgang auch im Altbaktrischen
anzunehmen, da er mit den sonstigen Lautgesetzen
desselben im vollkommensten Einklänge sich befindet.