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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 70. Band, (Jahrgang 1872)

68  p«  zraaier.  Erfindung  und  Gebrauch  der  chinesischen  Schriftgattungen.

SU  ^  Kiün-sse.  Er  erfand  die  gangbare  Schrift.  Diese  ist
eine  kleine  Unrichtigkeit  der  richtigen  Schrift.  Sie  trachtet,
dem  Wechsel  der  Schrifttafeln  zu  folgen,  mengt  sich  ein  und
zieht  umher.  Desswegen  heisst  sie  die  gangbare  Schrift.  Wangngan
  sagt:  Unter  denen,  welche  seit  den  Zeiten  der  Tsin  kunstvoll ­
  schrieben,  erwarben  sich  viele  durch  die  gangbare  Schrift
einen  Namen.  So  war  einst  ^  TU  Tschung-yuen-tschang
geschickt  in  der  gangbaren  und  vertraulichen  Schrift. 1  Später
erfanden  Wang-hi-tschi  und  Hien-tsclii  deren  Gipfelung.

Lieu-te-sching  erwarb  sich  zu  den  Zeiten  der  Kaiser
Hoan  und  Ling  durch  die  Erfindung  der  gangbaren  Schrift
ausschliesslich  einen  Namen.  Durch  Bilden  der  Pflanzenschrift
zeigte  er  das  Reichliche,  Gefällige  und  Ueppige.  Er  war  sichtlich ­
  umschränkt  und  schritt  allein.  Um  die  Zeit  richteten  sich
m  «  Plu-tschao  und  Tschung-yao  nach  seinem  Vorbilde,
jedoch  der  Schriftkörper  des  Geschlechtes  Hu  ist  äusserst
mager.  Ein  Jeder  von  ihnen  hatte  ebenfalls  das  Treffliche
Te-scliing’s.

I  Wang-sieu  von  Tsin  führte  den  Jünglingsnamen
tr  m  King-jin  und  war  geschickt  in  der  gangbaren  Schrift.
Er  begab  sich  zu  dem  Manne  des  rechten  Kriegsheeres 2  und
bat  um  eine  Schrift.  Dieser  verfertigte  eine  Abschrift  der  von
Tung-fang-sö  verfassten  Lobpreisung  der  Malerkunst  und  gab
sie  ihm.  Wang-seng-kien  sagt:  Die  Schrift  King-jin’s  erschöpft ­
  beinahe  das  Wundervolle.  —  So  oft  Wang-tse-king  sie
durchblickte,  sagte  er:  O  Wunder!  Sie  bedrängt  die  Menschen 3 .

1  Sonst  auch  die  niederdrückende  Schrift  genannt.
2  "Wang-hi-tschi.
3  Die  Entscheidungen  über  die  Schrift.
            
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