Erfindung und Gebrauch der chinesischen Schriftgattungen.
65
dete Abschnitte verfertigt. Er löste und zerstreute den Körper
der Lischrift und schrieb ihn grob. Es war bei Han Sitte,
sich nach den Schrifttafeln zu richten und allmälig sie in Gang
zu bringen.
Sö-tsing 1 führte den Jünglingsnamen Yeu-ngan
und war geschickt in der Pflanzenschrift der Abschnitte. Er
ging von Wei-tan 2 aus, ubertraf diesen jedoch an Höhe und
Steilheit. Es war wie die Gestalt eines Berges, der entzwei
gerissen wird, wie die Kraft des Wassers, das überhängend
fliesst, wie beschneite Berggipfel, einsame Fichten, beeiste
Flüsse, gefährliche Felsen. Seine Härte und Kraft werden
von dem Alterthum und der Gegenwart nicht erreicht.
iji^ Siü-han von dem späteren Han führte den Jünglingsnamen
fÖ Pe-tschang und war geschickt in der
Pflanzenschrift der Abschnitte. Puan-ku 3 übergab dessen jüngerem
Bruder Tschao ein Schreiben. Dasselbe enthielt
die lobpreisenden Worte: Ich prhielt die Umrisse Pe-tschang’s
und übergab sie Kennern, damit sie es lesen. Es war Keiner,
der nicht seufzte. Hier entsteht wirklich auch die schöne
Kunst durch sich selbst. Die Begründung des Namens kommt
durch die Menschen zu Stande.
Später war ein gewisser liE M Su-puan. Derselbe
stammte aus Ping-ling und konnte in einem Alter von fünf
Jahren schreiben. Er wurde sehr von Pe-tschang gepriesen
und bcseufzt.
% iä m Tsehang-pe-ying aus den Zeiten der späteren
Han minderte und mehrte die von & fö Pe-tö stammende
Pflanzenschrift der Abschnitte. Es war auch ungefähr
wie Yl-schao die wahre Schrift Yuen-tschang’s 1 vermehrte und
herabminderte. Feuchtglänzende Farbe, geöffnete Blumen,
1 Sö-tsing ist früher (S. 13) vorgekommen.
2 Wei-tan ist früher (S. 27) vorgekommen.
3 Der Verfasser des Buches der früheren Han.
4 Yuen-tschang ist früher (S. IG) vorgekommen.
Sitzb. d. phil.-hist. CI. LXX. Bd. I. Hft.
5