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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 70. Band, (Jahrgang 1872)

Erfindung  und  Gebrauch  der  chinesischen  Schriftgattungen.

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Ho-tschi-tschang  verstand  sich  gut  auf  die

Pflanzenschrift.  Die  Freunde  der  Geschäfte  reichten  ihm  Gedenkblatt ­
  und  Pinsel.  Auf  ein  Papier  schrieb  er  nicht  mehr
als  etliche  zehn  Zeichen.  Man  überlieferte  in  Gemeinschaft
und  hielt  es  für  eine  Kostbarkeit.  Um  die  Zeit  stand
Tschang-hö  aus  der  Provinz  U  ebenfalls  mit  Tschi-tschang  auf
gutem  Fusse.  Er  liebte  aber  den  Wein.  So  oft  er  sich  berauscht ­
  hatte,  lief  er,  mit  lauter  Stimme  rufend,  wahnsinnig
umher,  suchte  den  Pinsel,  schüttelte  ihn  und  benetzte  sich.
Seine  Veränderungen  und  Verwandlungen  sind  nichts  Gewöhnliches, ­
  es  ist,  als  oh  ihm  göttlicher  Beistand  zu  Theil  geworden
wäre.  Die  Zeitgenossen  nannten  ihn:  Den  Narren  von  dem
Geschlechte  Tschang  *.

j||  Tschao-si,  dessen  Jünglingsname  jjjjjiJ  j-q  Yuensse,

  war  Statthalter  von  Ttin-hoäng.  Vordem  waren  ÄHÖtfc
Tu-pe-tö 2  und  ^  Tsui-tse-yö 3  wegen  ihrer  kunstreichen ­
  Pflanzenschrift  in  dem  vorangegangenen  Geschlechtsalter ­

  berühmt.  Sl  imd  fjijj  Lo-hoei  waren  ebenfalls  geschickt ­

  in  der  Pflanzenschrift  und  dabei  ziemlich  grosssprecherisch.
Desswegen  übergab  Tschang-pe-ying  dem  Provinzgenossen  Si’s,
dem  grossen  Knechte  m  *  Tschü-sse  ein  Schreiben,  worin
er  sagte:  Nach  oben  mit  den  Männern  von  den  Geschlechtern
Tsui  und  Tu  verglichen  werden,  ist  nicht  genügend.  Nach
unten  neben  die  Männer  von  den  Geschlechtern  Lo  und  Tschao
gestellt  werden,  ist  etwas  Uebriges 4 .
Die  Entstehung  der  Pflanzenschrift  fällt  in  das  nahe
Alterthum.  Nach  oben  ist  sie  nicht  von  den  Bildern  des  Himmels ­
  herabgelassen  worden.  Nach  unten  ist  sie  nicht  von  dem
Flusse  und  dem  Lö  ausgeworfen  worden.  In  der  Mitte  ist  sie
nicht  von  höchstweisen  Menschen  erfunden  worden.  Gegen
das  Ende  von  Thsin  war  nämlich  das  Schreiben  der  Obrigkeiten ­
  mühselig  und  flüchtig,  Kämpfe  und  Ueberfälle  erfolgten,
in  dem  Kriegsheere  schrieb  man,  indess  man  vereint  einherjagte, ­
  die  gefiederten  Holztafeln  flogen  vertheilt  umher.  Dess-1

  Das  Buch  der  Thang.
2  Tu-pe-tö  ist  der  oben  (S.  15)  vorgekommene  Tu-tö.
3  Thsui-tse-yö  ist  oben  (S.  35)  vorgekommen.
4  Die  entscheidenden  Verzeichnisse  der  drei  stützenden  Provinzen.
            
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