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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 70. Band, (Jahrgang 1872)

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Pfizmaier.

m  #  m  Tschao-tschung-tsiang  verstand  sieb  gut  auf
die  Pflanzenschrift  und  die  Schrift  der  Zugetheilten.  Aber
selbst  wenn  er  an  seine  Söhne  und  jüngeren  Brüder  schrieb,
waren  die  Zeichen  richtige  Zeichen  der  Musterschrift.  Er
sagte:  Die  Pflanzenschrift  muss  nothwendiger  Weise  erklärt
werden.  Wenn  man  sich  derselben  im  Verkehr  mit  Menschen
bedient,  so  hat  es  den  Anschein,  als  ob  man  die  Menschen
geringschätzte.  Hat  man  mit  niedrigen  und  jungen  Menschen
des  Hauses  zu  thun,  so  ist  wieder  die  Zweideutigkeit  dieser
Schrift  zu  fürchten  '.
Siao-tse-yün  war  der  Sohn  des  zu  den  Zeiten  der  Tsi
lebenden  Jj^  Hien-wen,  Königs  von  Yii-tschang.  Er  hatte
Uebung  im  Schriftschmucke  und  war  ein  Künstler  in  der
Pflanzenschrift.  Er  stand  mit  seinen  Brüdern  m  Tseliien
  und  AS  ¥  Tse-tschao  in  gleichem  Rufe.  Sein  Sohn
Ti  war  ebenfalls  geschickt  im  Schreiben.  Kaiser  Wu  von  Liang
rühmte  ihn  und  sprach:  Die  Handschrift  Tse-king’s  erreicht
nicht  diejenige  Y!-schao’s.  Die  Schrift  Siao-ti’s  kommt  derjenigen ­
  seines  Vaters  sofort  nahe 2 .
Zu  den  Zeiten  des  Königs  Wen  von  Tschin  öffneten
Menschen  des  Kriegslieeres  in  Tan-tu  in  räuberischer  Absicht
das  Grab  ‘Wj?  Khie-tan’s  von  Tsin.  Sie  erlangten  die
Schriften  Wang-hi-tschi’s,  des  Heerführers  des  rechten  Kriegsheeres ­
  von  Tsin,  so  wie  die  hinterlassenen  Handschriften  der
berühmten  weisen  Männer.  Die  Sache  wurde  ruchbar  und
diese  Schriften  wurden  in  Beschlag  genommen.  Die  Obrigkeiten ­
  des  Districtes  verwahrten  sie  in  dem  geheimen  Sammelhause. ­
  Weil  m  16  Pe-meu 3  ein  Freund  von  Alterthümern
war,  machte  sie  ihm  Kaiser  Wen  häufig  zum  Geschenk.  Seit
dieser  Zeit  war  Pe-meu  ein  grosser  Schriftkünstler  und  erreichte
in  grossem  Masse  das  Vorbild  des  Mannes  von  dom  rechten
Kriegsheere  '.

1  Das  Buch  der  nördlichen  Tsi.
2  Die  Abkürzungen  der  Vorbilder  der  drei  Eeiche.
3  Pe-meu  ist  der  König  von  Schi-hing.  Derselbe  wurde  im  zweiten  Jahre
des  Zeitraumes  Knang-ta  (575  n.  Chr.)  durch  Hö,  König  von  Ngantsching,
  den  späteren  Kaiser  Siuen  von  Tschin,  getödtet.
4  Das  Buch  der  Tschin.
            
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