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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 70. Band, (Jahrgang 1872)

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Pfizmaie  r.

Dienern.  Die  Kraft  des  Pinsels  war  gewaltig  und  übertraf
alles  in  der  ganzen  damaligen  Zeit.  Er  sagte  einst  zu  den
Dienex'n  des  Hofes:  Das  Lernen  der  Schrift  ist  ein  kleiner
Weg.  Das  Verdienst  ist  keineswegs  ein  hastiges  Streben.  Wer
eine  Zeitlang  mit  den  Gedanken  verweilt,  bringt  es  noch  immer
weiter,  als  zur  Verwerfung  der  Tage.  Bei  der  Beschäftigung
mit  den  schönen  Künsten  gab  es  noch  Niemanden,  der  gelernt
und  sie  nicht  erworben  hätte  '.
Tai-tsung  suchte  in  dem  Zeiträume  Tsching-kuan  (627  bis
649  n.  Chr.)  nach  wahren  Handschriften  des  Mannes  des  Geschlechtes ­
  Wang  von  dem  rechten  Kriegsheere  und  Anderer.
Er  nahm  das  Gold  und  die  Seidenstoffe  der  kaiserlichen  Sammelhäuser ­
  hervor  und  gab  in  bedeutendem  Masse  Vergütung
und  Belohnungen.  In  Folge  dessen  kamen  die  im  Besitze  der
Menschen  befindlichen  alten  Texte  in  Mengen  und  vollständig
zum  Vorschein  2 .
Tschung-yao  führte  den  Jünglingsnamen  fiji -  yjj  Yuentschang.
  Er  verstand  sich  überaus  gut  auf  die  Schrift.  Die  wahre
Schrift  seiner  Lehrer  Tsao-hi,  Tsai-yung 3  und  |iS  0|J
Lieu-te-sching  war  überaus  wundervoll.  Er  übertraf  noch  die
Lehrer.  Härte  und  Weiche  waren  vorhanden.  Zwischen  den
Punkten  und  Strichen  gab  es  viele  merkwürdige  Züge.  Selbst
bei  göttlicher  Erleuchtung  war  dieses  nicht  vorhanden.  Man
kann  sagen,  dass  das  Abgeschlossene  und  Tiefe  ohne  Grenze
und  dass  an  alter  Zierlichkeit  Ueberfluss  war.  Seit  Thsin  und
Han  war  er  hierin  der  Einzige.  Sucht  man  an  ihm  das  völlig
Gute,  das  völlig  Schöne,  so  hat  man  an  einem  Fuchspelz
einen  Aermel  von  Lammfell.  Seine  gangbare  Schrift  kommt
derjenigen  Hi-tschi’s  zunächst.  Seine  Tschuenschrift  steht  unter
derjenigen  der  Männer  der  Geschlechter  Sö 4  und  Wei 5 .  In
der  Schrift  der  acht  Theilungen  hat  man  die  Steintafel  des
Empfanges  der  Altäre  der  Landesgötter  durch  Wei.  Man
rühmt  diese  als  das  Vorzüglichste.

1  Tschang-hoai-kuan’s  Ordnungen  der  Weise  der  Schrift.
2  Wei-schö’s  Geschichte  der  Weise  der  Schrift.
3  Tsao-hi  und  Tsai-yung  sind  oben  (S.  35)  erwähnt  worden.
4  Der  oben  (S.  13)  vorgekommene  Sö-tsing.
5  Der  oben  (S.  12)  vorgekommene  Wei-tsehang.
            
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