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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 70. Band, (Jahrgang 1872)

Erfindung  und  Gebrauch  der  chinesischen  Schriftgattungen.

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Die  Schrift  Siao-tse-yün’s 1  ist  gleich  dem  Anblick  der
Berge  und  Wälder  im  Beginne  des  Frühlings.  Die  Blumen
sprossen  allüberall  hervor.
Die  Schrift  W  Tsao-hi’s  ist  gleich  den  Erörterungen
der  Bücher  über  die  Menschen  des  Weges.  Wo  nichts  Ausnehmendes ­
  ist,  reden  sie  nicht.
Die  Schrift  ^5  Thsui-tse-yö’s  ist  gleich  einem
steilen  Berggipfel,  der  die  Sonne  abschliesst.  Ein  Zweig  der
verwaisten  Fichte  ist  gesonnen,  die  Aussicht  zu  durchbrechen.
Die  Schrift  w  'a  m  Sse-I-kuan’s  ist  gleich  einem
Adler.  Seine  Flügel  sind  noch  nicht  ausgeruht,  und  er  verschwindet ­
  im  Fluge.
Die  Schrift  Wei-tan’s 2  ist  gleich  der  Ansehnlichkeit  des
Drachen,  dem  Emporschnellen  des  Tigers,  dem  Herausreissen
des  Schwertes,  dem  Spannen  der  Armbrust.
In  der  Schrift  ^  Tsai-yung’s  ist  die  Luft  der
Knochen,  der  Wind  fern.  Sich  aufhellend,  besitzt  sie  Geist.
In  der  Schrift  des  Vorstehers  der  Scharen,  des  Mannes
von  dem  Geschlechte  |||  Tschung,  sind  zwölf  Arten  von
Schriftzeichen.  Nebst  den  Gedanken  ist  sie  ausnehmend  wundervoll. ­
  Sie  hat  wenig  Gediegenes,  viel  Erstaunliches.
Die  Schrift  Tschün’s  von  Han-tan  entspricht  dem
Cirkel,  tritt  in  das  Winkelmass.  Das  Viereckige  und  Runde
ist  mit  Kraft  vollendet.
Die  Schrift  &  iä  m  Tschang-pe-ying’s  ist  gleich  dem
Kaiser  Wu  von  Han.  Derselbe  liebte  den  Weg,  stützte  sich
auf  das  Leere  und  wollte  ein  Unsterblicher  werden.
Die  Schrift  Sö-tsing’s 3  ist  gleich  einem  Wirbelwind,  der
plötzlich  sich  erhebt,  gleich  einem  Raubvogel,  der  herniederfliegt.
Die  Schrift  J||  Hoang-siang’s  ist  gleich  den  Tönen
des  Gesangs,  die  sich  um  die  Dachbalken  winden,  gleich  den
Menschen  der  Cither,  die  verwerfen  und  wegschütten.
Die  Schrift  Wei-tschang’s 4  ist  gleich  einer  blumenaufsteckenden
  Schönen,  die  tanzt  und  singt  vor  dem  Spiegelgestell. ­

1  Siao-tse-yün  ist  oben  (S.  16)  erwähnt  worden.
2  Wei-tan  ist  oben  (S.  27)  vorgekommen.
3  Sö-tsing  ist  oben  (S.  13)  vorgekommen.
4  Wei-tschang  ist  oben  (S.  12)  vorgekommen.

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