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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 70. Band, (Jahrgang 1872)

Erfindung  und  Gebrauch  der  chinesischen  Schriftgattungen.

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Die  andere  Hälfte  raubte  ^  Sün-ngen,  als  er  in  Kuei-ki
geschlagen  wurde  ',  und  entfernte  sich  mit  ihr.
Zu  den  Zeiten  von  Tsin  verfertigte  ein  den  Geschäften
obliegender  Jüngling  absichtlich  ein  Schleppkleid  aus  feinem
weissem  Flor.  Er  zog  es  an  und  begab  sich  zu  Tse-king.
Dieser  nahm  es  einfach  und  versah  es  mit  Schrift.  Die  richtigen ­
  Körper  der  Pflanzenschrift  waren  sämmtlich  darauf  hergestellt. ­
  Auf  den  beiden  Aermeln  und  den  Aufschlägen  waren,
die  Wege  gleich.  Der  Jüngling  bemerkte,  dass  die  Leute  der
Umgebung  des  Mannes  von  dem  Gescldechte  Wang  Miene
machten,  auf  ihn  einzudringen  und  es  zu  entreissen.  Er  ergriff ­
  das  Schleppkleid  und  entlief.  Die  Leute  der  Umgebung
setzten  ihm  wirklich  nach.  Vor  dem  Thore  balgten  sie  sich
und  rissen  es  in  Stücke.  Der  Jüngling  erhielt  kaum  einen
Aermel  2 .
Kaiser  Wu  von  Liang  sagt  in  den  Betrachtungen  der
Weise  der  Schrift  Tschung-yao’s:
Tse-king  erreicht  nicht  Yi-schao.  Yl-schao  erreicht  nicht
Yuen-tschang.  Tse-king  nachahmen,  ist  so  viel  als  einen
Tiger  malen.  Yuen-tschang  nachahmen,  ist  so  viel  als  einen
Drachen  malen.  ^
Ist  das  Drehen  des  Pinsels  schief,  so  hat  man  keine
Stacheln  und  Hörner.  Ist  die  erfassende  Hand  schlaff,  so  ist
die  Schrift  nachlässig  und  schwach.  Ist  das  Ziehen  der  Punkte
kurz,  so  ist  die  Weise  umschliessend  und  geschwollen.  Ist  das
Ziehen  der  Punkte  lang,  so  ist  die  Weise  getrennt  und  versiegend. ­
  Zeichnet  man  gedrängt,  so  sind  die  Schriftzeichen
schräg.  Zeichnet  man  weit  auseinander  stehend,  so  zeigt  die
Gestalt  Verachtung.  Hält  man  fest,  so  ist  Mangel  an  Kraft.
Lässt  man  los,  so  ist  auch  wenig  Weise.  Bei  lauter  Knochen
ist  nichts  Einschmeichelndes.  Bei  lauter  Fleisch  ist  keine

1  Sün-ngen  plünderte  im  dritten  Jalire  des  Zeitraumes  Fung-ngan  (399  n.
Chr.)  die  Provinz  Kuei-ki  und  brachte  sie  zum  Falle.  Er  wurde  durch
Lieu-lao-tschi  geschlagen.
2  Yii-ho’s  Erörterungen  der  Schrift.
            
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