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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 70. Band, (Jahrgang 1872)

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Schulte.

V.  Ueber  den  Verfasser  ist  es  schwer,  eine  Vermuthung
aufzustellen.  Ich  glaube  jedoch,  dass  er  Engländer  war,  aus
folgenden  Gründen:  1)  weil  das  einzige  Beispiel  (im  Titel  XXI.)
von  dem  Erzbischof  von  Dublin  (denn  Dubuliensis  eccl.  ist
offenbar  gleich  Dublinensis)  hergenommen  ist;  2)  weil  die
weitaus  meisten  nachgratianischen  Decretalen  solche  sind,  die
nach  Britannien  ergangen  waren;  3)  weil  er  diese  wiederholt
schlechtweg  so  citirt  (z.  B.  im  Titel  15  und  21),  dass  er  die
Bekanntschaft  mit  ihnen  als  selbstverständlich  voraussetzt,
indem  er  nur  sagt:  ,Extravagante  an  den  Bischof  X./  und  weil
er  wiederholt  den  englischen  Ort  zusetzt  (Titel  4,  6);  4)  weil  er  an
Stelle  des  imperator  (Titel  18),  den  er  in  Gratians  Erörterungen ­
  vorfand,  princeps  setzt,  was  ein  Italiener  kaum  gethan
haben  würde.  Endlich  ist  ihm  die  Summa  decreti  bekannt,
welche  ich  aus  einem  Leipziger  Codex  beschrieben  habe  (Die
Summa  decreti  Lipsiensis,  Wien,  1871.  Sitz.-Ber.  LXVIII.
S.  37  ff.);  diese  aber  gehört  ohne  Zweifel  einem  Engländer
an.  Für  die  Bekanntschaft  mit  derselben  sprechen  verschiedene ­
  Stellen,  eine  dürfte  genügen.  Die  Summa  sagt  zu  c.  22.
C.  XXII.  cp  5.
,Sed  videtur,  quod  nulla  persona  ecclesiastica  iurare
de  calumnia  prohibeatur,  ut  in  extrav.  inhaerentes.
Eugenius  tarnen  dicit,  in  causis  spiritualibus  non  consuevit
  Rom.  ecclesia  dare  vel  accipere  iuramentiun  de  calumnia, ­
  ut  extra  litteras.  Haec  autem  exempla  quidam
ita  determinant  dicentes,  quod  in  causis  spiritualibus  nunquam
  cogitur  persona  ecclesiastica  sacramentum  de  calumnia ­
  praestare,  in  quo  c.asu  intelligitur  illud  c.  litteras
in  pecuniaria  vel  criminali  causa  non  passim  et  indifferenter ­
  est  praestandum.  Nam  in  persona  propria  nulla
persona  ecclesiastica  iuramentiun  calumniae  de  facili  praestare ­
  cogitur,  sed  per  defensores,  quibus  potest  hoc  officium ­
  dclegari,  qui  etiam  in  animam  principalis  personae
iurabunt,  in  quo  casu  loquitur  c.  inhaerentes'  etc.
Damit  vergleiche  man  unten  den  Titel  IX.  Diese  Summa
ist  jünger  (meine  cit.  Abhandl.  S.  17),  da  sie  ein  Formular
vom  Jahre  1186  hat,  worin  auch  ein  Johannes  erscheint.  Einen
Beweis  liefern  diese  Gründe  allerdings  nicht,  aber  sie  dürften
            
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