Ueber Trendelenburg's Einwürfe gegen Herbart’s praktische Ideen.
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Zweck ist sonach rein ästhetischer Natur, gleichviel
welcher Natur das Mittel sein mag und die ästhetische Haltung
der praktischen Philosophie ist so wenig ,durchbrochen/
dass sie vielmehr gerade hier, wo es sich um die Abwehr eines
ästhetischen Missfallens handelt, stärker als bei irgend einer
der übrigen Ideen hervortritt. Die Idee, als das unbedingt Wohlgefällige
und Missfällige, wie es sich dem Zuschauer darstellt,
bildet den Zweck, zu dessen Realisirung sich innere Freiheit,
Vollkommenheit, Wohlwollen und Recht als Mittel verhalten
und werden daher passend als Ideen der inneren Freiheit,
der Vollkommenheit, des Wohlwollens und des Rechts, nicht
aber selbst als innere Freiheit, Vollkommenheit, Wohlwollen
und Recht bezeichnet. Letztere sind nicht selbst das unbedingt
Werthvolle, sondern sie erlangen erst Werth, indem sie das
Bild des unbedingt Werthvollen im Zuschauer erzeugen oder
das des unbedingt Unwürdigen verhindern.
»So ist die Herrschaft der Einsicht über den Willen nur deshalb
werthvoll, weil sie das unbedingt gefallende Bild des Einklangs
zwischen Einsicht und Willen im Zuschauer hervorruft;
das Grosse, Reiche, Wohlgeordnete wird deshalb werthvoll, weil
•es ein verhältnissmässig grösseres Quantum des Vorstellens im
Vorstehenden zu Stande bringt; die freiwillige Unterordnung des
eigenen Willens unter die eigene Vorstellung eines fremden
Willens nur aus dem Grunde werthvoll, weil sie das wohlgefällige
Bild des Einklangs zwischen der Vorstellung des Wollenden von
einem fremden Willen und dessen eignem Willen im Zuschauer
hervorruft; das Recht endlich gewinnt nur dadurch Bedeutung,
weil es das Entstehen des missfälligen Streitanblickes im Zuschauer,
so viel an ihm liegt, hintanhält. In ihren ästhetischen
Folgen liegt die Rechtfertigung der Zustände im Einzelnen
und zwischen Mehreren, die wir mit den oben angeführten
Namen belegen und die jeder für sich nur ein rein theoretisches
Interesse, nicht seines Werthes, sondern seiner Entstehung
halber darbieten würden. Theoretisch betrachtet, hat die Freiheit
vor der Unfreiheit, die Stärke vor der Schwäche, die Güte vor
der Bosheit, das Recht vor dem Unrecht nichts voraus, hat der
Freie wie der Unfreie, der Starke wie der Schwache, der Gute
wie der Böse, der Gerechte wie der Ungerechte seine Geschichte.
Der Vorzug des einen Theiles vor dem andern