Ueber Trendelenburg’s Einwürfe gegen Ilerbart’s praktische Ideen.
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der Besonderheit der Richtung des letzteren vorläufig abgesehn.
Mit andern Worten, der fremde Wille wird zwar nicht
,nackt/ aber doch eben nur als fremder in Berücksichtigung
gezogen. Der ,ideale Werth' des ganzen Menschen kann schon
deshalb nicht als ,Motiv' des eigenen Willens erscheinen, weil
es sich eben um den Einklang des eignen Willens mit der
eignen Vorstellung eines fremden Willens, keineswegs aber
um das Motivirtsein des eignen Willens durch die eigene
Vorstellung eines fremden W T illens handelt. Letzteres ist ein
rein psychologisches Verhältniss, Herrschaft einer Vorstellung
über den Willen, Wohlwollen ein rein ästhetisches, Einklang
des eignen Willens mit der eignen Vorstellung eines fremden
Willens. Es ist nun zwar gewiss, dass dieser am sichersten
stattfinden wird, wo die Vorstellung eines fremden Willens den
eigenen motivirt, d. h. verursacht; aber es ist nicht ausgemacht,
dass jener Einklang nur auf diesem Wege entstehen
könne, und noch weniger, dass er nur dann gefalle, wenn er
auf diesem Wege entstanden ist.
Vielmehr findet hier etwas Aehnliches statt, wie bei der
Idee der innern Freiheit. Wie dort der wahrgenommene Einklang
zwischen eigener Einsicht und eignem Wollen, so gefällt
hier die sichtbar werdende Harmonie zwischen dem eigenen
Wollen und der eigenen Vorstellung eines fremden Wollens,
gleichviel wodurch in beiden Fällen diese Uebereinstimmung
hervorgebracht worden sei. Und wie die wirkliche Herrschaft
der eigenen Einsicht über das eigene Wollen deshalb in zweiter
Reihe werthvoll erscheint, weil durch sie das in erster Reihe
Werthhabende, Einklang zwischen Einsicht und Wille für den
Zuschauer am sichersten und häufigsten vermittelt wird, so
wird auch hier die ursächliche Motivirung des eigenen Willens
durch die eigne Vorstellung eines fremden Willens deshalb
Werth erlangen, weil sie das wahrhaft Werthhabende, den
Einklang zwischen eignem Willen und eigner Vorstellung eines
fremden Willens zur nächsten Folge haben wird. Beide,
Herrschaft der Einsicht über den Willen und Motivirung des
eignen Willens durch die Vorstellung des fremden Willens
sind Mittel zur Herstellung eines absolut Beifälligen, des Einklanges,
nicht selbst Zweck. Absolut werthvoll ist nur der
Einklang; das Causalitätsverhältniss zwischen Einsicht und
Sitzb. a. phil.-hist. CI. LXX. Bd. III. Hft. 18