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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 70. Band, (Jahrgang 1872)

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Z  immer  m  ä  an.

vollkommen,  so  hört  sein  Missfälligsein  natürlich  auf;  aber
auch  das  Gefälligsein  des  bisherigen  Grösseren,  da  es  ja  sein
bisheriges  Mass,  das  früher  Kleinere,  von  diesem  Augenblicke
an  nunmehr  eben  erfüllt.  Beide  stehen  einander  nunmehr  an
Vollkommenheit  gleich;  keines  ist  vollkommener  als  das  andere;
Vorzug  oder  Abweisung  vom  Standpunkt  der  Idee  der  Vollkommenheit ­
  aus  hat  das  Motiv  eingebtisst.
Herbart  hält  es  offenbar  für  überflüssig,  besonders  zu
bemerken,  dass  nicht  das  Vollkommene  als  solches,  sondern
das  Vollkommenere  gefalle.  Es  gehört  zu  den  ersten,
auch  von  Trendelenburg  anerkannten  Grundsätzen  seiner  Willensästhetik, ­
  dass  die  Glieder  des  gefallenden'und  missfallenden ­
  Verhältnisses  gleichartig  sein  sollen.  Was  daher  überhaupt ­
  nach  der  Idee  der  Vollkommenheit  in  ein  Verhältniss
treten  soll,  muss  dieser  selbst  unterstehn:  entweder  als  zum
Vollen  d.  i.  zu  seinem  Mass  erst  Kommendes  oder  bereits  mehr
als  Gekommenes,  oder  dasselbe  eben  Erfüllendes.  Ersteres
missfällt,  das  zweite  gefällt,  das  dritte  ist  gleichgiltig.
C.  Entwürfe  gegen  die  Idee  des  Wohlwollens.
,Die  Einstimmung  des  eigenen  Willens  mit  dem  fremden
und  um  des  fremden  willen,  entspricht  dem  Grundgedanken:
nirgends  ist  die  Harmonie  klarerd  Auch  dieses  Lob  wird  von
Trendelenburg  mit  einem  Tadel  versetzt;  denn  erstens  findet
der  Kritiker  einen  Widerspruch  zwischen  dem  Wohlwollen,  als
der  ursprünglichen,  und  dem  Verwaltungssysteme,  als  der
davon  abgeleiteten  Idee,  und  zweitens  sträubt  sich  derselbe
gegen  die  Forderung,  dass  jedes  der  beiden  Elemente  des
Wohlwollens,  der  eigene  und  der  fremde  Wille,  an  sich  gleichgiltig ­
  sein  und  erst  durch  andere  Ideen  die  Bedingung  hinzukommen ­
  soll,  dass  der  vorgestellte  fremde  Wille  als  tadellos
erfunden  werde.
Jener  Widerspruch  soll  darin  liegen,  dass  im  Wohlwollen ­
  der  Stoff,  an  welchem  sonst  die  Strebungen  haften,  abgethan
  und  die  Stimmung,  die  unmittelbar  von  Willen  zu  Willen ­
  geht,  am  reinsten,  während  die  Verwaltung  durchweg  von
der  Natur  der  Sache  bestimmt  ist.
            
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