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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 70. Band, (Jahrgang 1872)

Ueber  Trendelenbnrg’s  Einwürfe  gegen  Herbart’s  praktische  Ideen.

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Gedanken  einer  Gliederung  bestimmt,  und  dann  führt  sie
über  die  nackte  Betrachtung  der  Grösse  hinaus  und  in  einen
zum  Grunde  liegenden  Begriff  hinein.  Wenn  ferner  in  dem
System  die  Zusammenwirkung  gefällt,  so  tritt  darin  die  Angemessenheit ­
  zu  einem  Zweck,  welcher  die  Grösse  beherrscht
und  zur  Einheit  richtet,  offen  hervor.
Es  scheint  in  der  That  nicht  ganz  leicht,  die  Idee  der
Vollkommenheit  gegen  diese  Einwendungen  in  Schutz  zu  nehmen. ­
  Die  Mannigfaltigkeit  der  Regungen  bringt  in  die  rein
quantitative  Betrachtung  ein  qualitatives  Element;  die  Zusammenwirkung ­
  der  mehreren  zu  Einem  einen  Zweck.  Beides ­
  soll  von  der  ästhetischen  Beurtheilung  der  reinen  Grösse
nach  ferngehalten  werden.
Wird  sich  die  Schwierigkeit  heben,  wenn  man  in’s  Auge
fasst,  dass  hier  wie  überall  die  Beurtheilung  des  zusammenfassenden ­
  Zuschauers  nicht  der  Sache,  sondern  nur  einem  Vorstellungsbilde ­
  desselben  gilt?  Der  Zuschauer  vergleicht  seine
Vorstellungen  zweier  Summen  von  Willensregungen,  deren  jede
einen  verschiedenen  Grad  qualitativer  Mannigfaltigkeit  zeigt.  Gegenstand ­
  seines  Vorstellens  sind  nicht  die  unterschiedenen  Qualitäten ­
  der  Willensregungen,  sondern  die  verschiedenen  Gradeder  Mannigfaltigkeit, ­
  ein  Mehr  und  Minder  von  Mannigfaltigkeit,  sonach
reine  Quantitäten  (Mannigfaltigkeitsquanta!)  Achten  wir  nun
darauf,  dass  zu  der  Vorstellung  jedes  beliebigen  Quantums
der  Aufwand  eines  proportionalen  Quantums  von  Vorstellen
gehört  und  diesem  ein  ebensolches  Quantum  von  Lustgefühl
entspricht,  so  leuchtet  ein,  dass  das  Vorstellen  eines  grösseren
Mannigfaltigkeitsquantums  von  einem  grossem  Lustgefühle  als
das  eines  kleineren  begleitet  sein,  oder  was  eben  so  viel  ist,
dass  grössere  Mannigfaltigkeit  des  Wollens,  verglichen  mit  kleinerer ­
  gefallen,  diese  verglichen  mit  jener  missfallen  muss.
Auf  ähnliche  Weisse  ist  es  bei  der  Vergleichung  zweier
Systeme  nicht  das  Zusammenwirken  der  mehreren  Willen  zu
einem  Zweck,  sondern  der  Grad  dieses  Zusammenwirkens,
der  über  den  Vorzug  des  einen  vor  dem  andern  entscheidet.
Das  qualitative  Element  bildet  hier  die  besondere  Vereinigung ­
  der  mehreren  Willen  zu  einem  Zweck;  aber  nicht  dieses, ­
  sondern  das  grössere  Multiplum  zweier  gemeinsamer  Masseinheiten,
  durch  welche  das  einheitliche  Zusammenwirken
            
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