Ueber Trendelenbnrg’s Einwürfe gegen Herbart’s praktische Ideen.
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Gedanken einer Gliederung bestimmt, und dann führt sie
über die nackte Betrachtung der Grösse hinaus und in einen
zum Grunde liegenden Begriff hinein. Wenn ferner in dem
System die Zusammenwirkung gefällt, so tritt darin die Angemessenheit
zu einem Zweck, welcher die Grösse beherrscht
und zur Einheit richtet, offen hervor.
Es scheint in der That nicht ganz leicht, die Idee der
Vollkommenheit gegen diese Einwendungen in Schutz zu nehmen.
Die Mannigfaltigkeit der Regungen bringt in die rein
quantitative Betrachtung ein qualitatives Element; die Zusammenwirkung
der mehreren zu Einem einen Zweck. Beides
soll von der ästhetischen Beurtheilung der reinen Grösse
nach ferngehalten werden.
Wird sich die Schwierigkeit heben, wenn man in’s Auge
fasst, dass hier wie überall die Beurtheilung des zusammenfassenden
Zuschauers nicht der Sache, sondern nur einem Vorstellungsbilde
desselben gilt? Der Zuschauer vergleicht seine
Vorstellungen zweier Summen von Willensregungen, deren jede
einen verschiedenen Grad qualitativer Mannigfaltigkeit zeigt. Gegenstand
seines Vorstellens sind nicht die unterschiedenen Qualitäten
der Willensregungen, sondern die verschiedenen Gradeder Mannigfaltigkeit,
ein Mehr und Minder von Mannigfaltigkeit, sonach
reine Quantitäten (Mannigfaltigkeitsquanta!) Achten wir nun
darauf, dass zu der Vorstellung jedes beliebigen Quantums
der Aufwand eines proportionalen Quantums von Vorstellen
gehört und diesem ein ebensolches Quantum von Lustgefühl
entspricht, so leuchtet ein, dass das Vorstellen eines grösseren
Mannigfaltigkeitsquantums von einem grossem Lustgefühle als
das eines kleineren begleitet sein, oder was eben so viel ist,
dass grössere Mannigfaltigkeit des Wollens, verglichen mit kleinerer
gefallen, diese verglichen mit jener missfallen muss.
Auf ähnliche Weisse ist es bei der Vergleichung zweier
Systeme nicht das Zusammenwirken der mehreren Willen zu
einem Zweck, sondern der Grad dieses Zusammenwirkens,
der über den Vorzug des einen vor dem andern entscheidet.
Das qualitative Element bildet hier die besondere Vereinigung
der mehreren Willen zu einem Zweck; aber nicht dieses,
sondern das grössere Multiplum zweier gemeinsamer Masseinheiten,
durch welche das einheitliche Zusammenwirken