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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 70. Band, (Jahrgang 1872)

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Zimmermann.

cholcgische  Mechanismus  ist  nicht;  nur  ein  Grund,  sondern  der
einzige  Grund  der  Herrschaft  der  Einsicht  über  den  Willen,
wo  eine  solche  vorhanden  ist,  so  wie  der  einzige  Ursprung
des  Wohlgefallens  am  Harmonischen.
Kann  aber,  fragt  Trendelenburg,  der  psychologische  Mechanismus ­
  der  letzte  Grund  des  Ethischen,  der  Grund  irgend
einer  Verpflichtung  sein?  und  wie  im  Triumph  fügt  er  bei:
,Herbart  hat  keinen  anderen  Grund!  In  der  Psychologie
sagt  er  von  der  inneren  Freiheit:  Es  wird  sogleich  ein  Widerspruch ­
  gefühlt,  wenn  das  Wissen  einen  anderen  Weg  zeigt,  als
den  das  Wollen  geht.  Eine  solche  Erscheinung  bietet  dem  Zuschauer ­
  zwei  Reihen  dar,  deren  Ablauf  zu  vereinigen  ihm  nicht
gelingt;  während  im  Gegentheil,  wenn  das  Wissen  sich  gleichlautend ­
  ausspricht,  wie  die  Handlungen  den  Willen  verkündigen,
alsdann  die  Reihen  in  der  Beobachtung  des  Zuschauers  einander ­
  begünstigend  So  geht  die  absolute  Werthbestimmung  der
inneren  Freiheit  in  den  Umstand  zurück,  ob  in  dem  Beobachter ­
  Reihen'  von  Vorstellungen  einander  begünstigen  oder  die
Vereinigung  hindern,  also  in  einen  psychologischen  Mechanismus'. ­
  Trendelenburg  findet  demnach  ausgemacht,  dass  die
Herbart’sehe  Ethik  sich  auf  seine  Psychologie  gründe,  die
Schranken  der  ,wohlangelegten  Isolirung'  selbst  durchbreche.
Noch  dazu  auf  einen  psychologischen  Mechanismus,  durch
welchen  von  vornherein  alle  Möglichkeit  der  Freiheit  ausgeschlossen ­
  sei.
Allerdings  hat  Herbart  für  das  Ethische  und  die  ethische
Verpflichtung  nicht  nur  nicht  einen  andern,  sondern  überhaupt ­
  gar  keinen  Grund.  Aus  dem  Grunde,  weil,  wie  Trendelenburg ­
  selbst  anführt,  die  sittlichen  Urtheile  ihrer  Natur  nach
evident,  also  keiner  weiteren  Begründung  durch  andere  bedürftig ­
  sind.  Psychisch  betrachtet  ist  das  Wohlgefallen  an  der  innern
Freiheit  ein  Product  des  psychologischen  Mechanismus;  logisch
betrachtet  ist  das  ästhetische  Urtheil,  welches  das  unbedingte
Gefallen  am  Harmonischen  enthält,  ein  identischer  Satz.  Bei
dem  Urtheil:  Harmonie  zwischen  Einsicht  und  Willen  gefällt,
langen  wir  als  bei  einem  letzten,  bei  einem  ethischen
Axiome  an,  das  als  Ereigniss  in  der  Seele  zwar  durch
andere  Vorgänge  in  derselben  verursacht,  seinem  Inhalte
            
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