Üeber Trendelenburg’s Einwürfe gegen Herbart’s praktische Ideen.
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Wollens durch die Einsicht, von Herbart übergangen worden
sei, fällt damit hinweg; denn die Einsicht in den Einklang zwischen
den Vorstellungen eines Wollens und einer Einsicht
sammt dem daran sich knüpfenden Wohlgefallen ist von der
Einsicht in die reale Beziehung zwischen dem wirklichen Wollen
und der wirklichen Einsicht ganz unabhängig. Auch die
Frage, warum der Gedanke des Zuschauers Einsicht und Wollen
in eine Einheit zusammenzufügen strebe, entbehrt des
Grundes, nachdem man einmal weiss, dass derselbe nicht ,die
weitauseinanderliegenden Endpunkte zweier verschiedener Richtungen/
sondern nur die einer und derselben Richtung ungehörigen
,Gedanken' einer Einsicht und eines Wollens in Folge
gleichzeitiger Wahrnehmung zusammenfasst.
Keineswegs ist es so ,seltsam/ wie Trendelenburg meint,
wenn Herbart sagt: ,strenggenommen liege es nicht in der
Idee der inneren Freiheit, dass die Einsicht das wirksame, das
erzeugende Princip des nachbildenden Wollens sein solle/ In
der Idee der inneren Freiheit liegt ,strenggenommen' nichts
Anderes, als die Forderung des Einklanges zwischen dem
Inhalt beider Glieder des ästhetischen Verhältnisses. Wie dieser
Einklang zu Stande komme, ob das eine oder das andere
der Glieder Erzeugendes, das andere Erzeugtes, eines aktiv,
das andere passiv sei, ist eine Frage, die deii realen Causalzusammenhang
zwischen Wollen und Einsicht, nicht das
inhaltliche Verhältniss der Bilder von beiden im Geist des
zusammenfassenden Beschauers betrifft. Ebensowenig steht es
mit obiger Bemerkung im Widerspruch, wenn an anderer
Stelle (A. a. O. VIII. 34 und 35.) als das Wesen der inneren
Freiheit bezeichnet wird, das Urtheil schwebe über dem Wollen,
und der Einsicht entspreche die Folgsamkeit. Abgesehen davon,
dass Herbart in jener Stelle nicht von der Idee, sondern von
dem ,Vernunftwesen' redet, in welchem dieselbe verwirklicht auftritt,
findet eher das Gegentheil von dem statt, was Trendelenburg
will: nicht das Urtheil bringt das Wollen, sondern, indem
mit dem Sicherheben eines Begehrens, Beschliessens, im Vernunftwesen
sogleich auch das Bild seines Begehrens und Beschliessens
entsteht, es erblicken und beurtheilen Eins ist,
bringt das Wollen vielmehr das Urtheil hervor! Das ästhetische
Urtheil allerdings, das der Idee der inneren Freiheit zu