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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 70. Band, (Jahrgang 1872)

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fcimmermanli.

sogar  des  blossen  Zufalls  sein;  dennoch  würde  die  inhaltliche  Harmonie ­
  ihrer  Bilder  im  Geist  des  zusammenfassendeu  Beschauers
Wohlgefallen  hervorrufen.  Von  dieser,  von  dem  ästhetischen
Verliältniss  der  sich  ihm  darstellenden  Bilder  einer  gewissen
Maxime  und  eines  gewissen  Wollens  hängt  das  Werth-Urtheil
des  Beschauers  ab,  nicht  von  dem  ursächlichen  oder  blos
zufälligen  Verliältniss,  in  welchem  die  Gegenstände  jener  Bilder, ­
  die  reale  Einsicht  und  das  reale  Wollen  selbst  unter  und
zu  einander  stehen.  Selbstbestimmung,  d.  h.  reales  Verursachtsein ­
  des  Wollens  durch  die  Einsicht,  hat  daher  insofern  ästhetischen ­
  Werth,  als  durch  sie  die  Entstehung  jenes  gefallenden
harmonischen  Verhältnisses  zwischen  den  Bildern  der  Einsicht
und  des  Wollens  in  der  zusammenfassenden  Ansicht  des  Zuschauers, ­
  verglichen  z.  B.  mit  dem  blos  zufälligen  Zusammentreffen ­
  beider,  begünstigt  wird.  Ueberall,  wo  sie  herrscht,
wird  im  Zuschauer  das  wohlgefällige  Bild  der  Harmonie  zwischen ­
  Einsicht  und  Wollen  von  selbst  sich  einfinden,  und  die
Folge  ist,  das  derselbe  überall  dort,  wo  ihm  das  letztere  entgegentritt, ­
  auch  das  Dasein  der  ersteren  vermuthet.
Wirklich  vorhandene  innere  Freiheit  zieht  im  zusammenfassenden ­
  Zuschauer  jedesmal  Wohlgefallen,  Gewahrwerden  des
Einklangs  zwischen  Einsicht  und  Willen,  jedesmal  den  Schein
innerer  Freiheit  im  Wollenden  nach  sich.  Aber  dies
darf  weder  so  verstanden  werden,'als  müsste  jedesmal  innere
Freiheit  im  Wollenden  vorhanden  sein,  um  deren  Schein  im
Betrachter  zu  erzeugen,  noch  als  müsste  der  wohlgefällige
Schein  innerer  Freiheit  mehr  als  blosser  Schein,  als  müsste
der  Wille  durch  die  Einsicht  real  verursacht  sein,  um  durch
den  Einklang  seines  Inhalts  mit  jenem  der  Einsicht  dem  Beschauer ­
  zu  gefallen.
Durch  die  Erkenntniss,  dass  der  Beifall  des  zusammenfassenden ­
  Zuschauers  nur  dem  Einklang  zwischen  den  ihm  sich
darstellenden  Bildern  eines  gewissen  Wollens  und  einer  gewissen ­
  Einsicht,  also  zwischen  Vorstellungen,  nicht  zwischen
Einsicht  und  Willen  selber  gilt,  erledigt  sich  Trendelenburg’s  Einwand, ­
  dass  die  Glieder  des  ästhetischen  Verhältnisses,  welches
der  Idee  der  inneren  Freiheit  zu  Grunde  liegt,  ungleichartig
seien,  von  selbst.  Aber  auch  der  weitere  Tadel,  dass  die  psychologische ­
  Frage  über  die  Möglichkeit  der  Beherrschung  des
            
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