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Z i m m e r m ;i n n.
vereinigt, so beginge er gegen sein eigenes Princip eine
Inconseqnenz. Das Princip wäre damit allerdings nicht widerlegt,
aber doch seine Anwendbarkeit in Zweifel gezogen.
Sehen wir zu!
Die Antwort auf die Frage, ob Einsicht und Wille gleichartig
oder ungleichartig seien, hängt davon ab, was unter beiden
verstanden wird. Einsicht und Wille als verschiedene Seelenvennögcn
gedacht, sind offenbar ungleichartig; als Gedanken
gedacht, dagegen ohne Zweifel gleichartig. In der
zusammenfassenden Ansicht des Zuschauers, der Einsicht und
Mille mit einander vergleicht, sind beide nur als Gedanken
d. h. als Bild einer gewissen Einsicht und ebensolches eines
gewissen Willens vorhanden. Als solche aber sind sie homogen
und können einander durchdringen.
Es macht dabei keinen Unterschied, ob der beide zusammenfassende
Zuschauer ein Zweiter oder mit dem Inhaber der
Einsicht und des Willens dieselbe Person ist. Als unparteiischer
Zuschauer der Vorgänge in seinem eignen Innern verhält er sich
zu sich selbst als ein Anderer. Für ihn als Zuschauer geben
die thatsächlichen Ereignisse in seinem Innern ein blosses
Schauspiel ab, und über die Form des letzteren, das wohlgefällige
oder missfällige Verhältniss seiner Theile, ergeht sein
eigenes ästhetisches Urtheil. Die eigene Einsicht und der
eigene Wille sind so für ihn als Selbstbeobachter nur Gegenstände
der Wahrnehmung, als Selbstbeurtheiler Objecte der, je
nach dem Inhalt der Wahrnehmung über denselben 1 ergehenden
billigenden oder missbilligenden Selbstbeurtheilung.
Der Einwand Trendelenburg’s beruht auf der irrthümlichen
Voraussetzung, als ob in dem Verhältniss der inneren
Freiheit Einsicht und Wille selbst und nicht vielmehr die
Vorstellung der ersteren und die Vorstellung des letzteren
(im Zuschauer) einander durchdringen sollten! Daher seine
Klage, es sei bei demselben eine Reihe psychologischer Fragen,
als vor der Ethik liegend, übergangen. Denn wie es geschehen
könne, dass der Wille der Einsicht entspreche, das sei
bei der Gewalt der wechselnden Affecte an sich so wenig klar
und doch so wichtig, dass jene Ethik, welche auf Anwendung
sehe, dieser Untersuchung sich nicht entheben könne, und tiefsinnige
Bearbeiter, wie die Stoiker, wie Spinoza, gerade ihr den