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florawi t z.
spricht; sie beweisen aber nur, dass er jenen hohen Anforderungen,
die er als junger Mann an Geist und sittlichen Charakter
des Clerus stellte, nicht ungetreu geworden. Mehr wird
sich aus ihnen nicht folgern lassen, am wenigsten aber, dass
er sich den weiteren Reformen Luthers angeschlossen habe.
Dies schliesst schon die Correspondenz mit so vielen Bischöfen
aus, dies auch die freundliche Gewährung seiner Leihgesuche
um Handschriften von Seite vieler Klöster, wie seine
Beziehungen zu diesen. 1 Ebensowenig freilich lässt sich erweisen,
dass Rhenanus so weit wie Murner oder Zasius gegangen;
vor solchem extremen Vorgehen hielt ihn sein Sinn für Mass
und Ordnung zurück. Aber jedenfalls gab er es nunmehr auf,
für Luthers Werk zu wirken und persönlich einzugreifen; er
zog es vor ,als beschaulicher Gelehrter die grossen Weltliändel
lieber aus der neutralen Ferne zu betrachtend 2
Patriotismus des Rhenanus.
Das hindert ihn freilich nicht, stets eine starke und
warme Begeisterung für sein theueres grosses Vaterland zu empfinden.
Früh schon legt er diese an den Tag. Als er um 1509
für den Pariser Professor Faber von Reuchlin Bücher entlehnen
will, gibt er unter den sein Gesuch unterstützenden Gründen
auch den an, dass diese Gewährung Deutschland und allen
Deutschen zu grossem Lobe gereichen würde. An Stellen in
der ,deutschen Geschichte', die seinen Patriotismus erweisen, ist
kein Mangel, er gibt seinem Volk ohne Weiteres den Vorzug
vor anderen Nationen, wir begegnen auch ähnlichen Argumenten,
wie siePeutinger und Wimpfeling gebraucht 3 — um wie viel
massvoller und unparteiischer Rhenan’s Vaterlandsliebe aber ist,
1 Vgl. die Stelle bei Louis Spacli: Lettres sur les Archives departementales
du Bas Rhin S. 382. Parmi les nombreux inventaires de succession
qui figurent dans le fond d’Ebersmünster on remarque celui de l’historien
B. Rhen. Le releve de l’argenterie et des obligations du savant Schiet, a
ete fait $iu nom de l’abbe d’Ebersmiinster par le bourguemestre de Scliletstadt
sur la demande des lieritiers;
2 Wilhelm Scherer in seiner und O. Lorenz Geschichte des Eisass. S. 165.
3 Vgl. Res Germanic. Die Deduction auf S. 13. vgl. die Argumente auf
S. 62, S. 108 und S. 72 licet hic videre Germanos semper Germanoruin
viribus ex Italia depulsos. Tantum caeteras nationes ingenio praevalent.