Beatus Khenanus.
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Rhenanus arge Gefahren für die Grundlagen der Gesellschaft,
für den Glauben und sein geliebtes Deutschland befürchten.
Die rohe Anarchie aber, die durch Erhebungen, wie die von
Münzer zu Tage trat, die eckle ,sentina rerum', die da aufgewühlt
wurde, verletzten seinen feinen aristokratischen Geist;
ein lebendiger und beachtenswerther Ausdruck dieser Gesinnung
ist der von gelungener Ironie und abweisender Vornehmheit
erfüllte Brief, den Ehenanus bei Gelegenheit des Bauernkrieges
an seinen Freund Hummelberger schreibt. 1 Humoristisch
beginnt er mit der Frage: ,Nun Michael, was treibst Du?
Wo hast Du deinen ehernen Harnisch, Deine Lanze, Deinen
Schild, Dein Schwert, dass Du ruhmvoll in der Schlachtreihe
stehen kannst gegen die Adeligen, die Fürsten? Oder fehlst
Du allein? Und bist Du nicht bei denen, die das Evangelium
mit den Waffen zu vertheidigen meinen?' Doch er fallt bald aus
dem Humor und wird heftig : ,Die Verführer der Bauern, jene
Priester, welche die Horden anführen, sie sind werth, auf weit
entfernte öde" Inseln ausgesetzt zu werden, weil sie nichts anders
atlnnen, als Aufruhr, Plünderung und Hass gegen die
Obrigkeit!' Rhenanus verwahrt sich, seinen tüchtigen Freund
unter Jene zu rechnen, bemerkt aber zugleich in demselben
Zusammenhänge: ,Du warst bisher dem Luther geneigt, wie
alle Guten, welche einsahen, dass die Welt bei dem Zusammenbruche
der Regeln der Verbesserung bedürftig sei und
der Reform in vielen Dingen, über welche jener Mann in
— vielleicht etwas zu scharfen — Schriften das Volk belehrte.
Aber da die Sache zur Raserei und zu widrigen und sinnlosen
Streitigkeiten gekommen ist, weiss ich, dass Du ein
kluges Urtheil fallen wirst. Desshalb ist es weniger von
Nöthen, Dich zu ermahnen, Dich so vorsichtig und rückhaltend,
als möglich in dieser b eldagens werthen
Verwirrung zu verhalten.' Ganz die Haltung, die Rhenanus
fortan selbst beobachtet, Rhenanus, der übrigens schon um
1521 den gediegenen und offenen Auseinandersetzungen seines
Briefes an Spalatin die Schlussworte hinzufügte: ,Cave hanc
Epistolam evulges!' So recht charakteristisch für Rhenans ganze
Sinnesart sind aber folgende Worte : ,Ich vermisse nun bei
Ep. 1525. (Veith 203 ff.).