ßeatus Rhenanüs.
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lingen, die als gute Hirten angesehen werden wollten, zusammen.
In seinem ersten biographischen Versuche, in dem Leben
des von ihm so sehr verehrten Predigers Geiler beschrieb
er nämlich ganz objectiv mit wenigen Worten den Sittenverderb
in dem Strassburger Nonnenkloster. Dazu wurden in
demselben Schriftchen noch andere, den Verfechtern des hierarchischen
Systems bedenklich erscheinende Aeusserungen ausgesprochen.
Es konnte den Priestern nicht angenehm klingen,
wenn der junge Humanist über die ,ungeheuere Unwissenheit
der jetzigen Theologen in göttlichen und menschlichen Dingen'
klagte und jene mit dem Esel der Fabel verglich, der nur deshalb
von den Vorübergehenden mit Ehrenbezeugungen gefeiert
wurde, weil er Heiligthümer trug. Und auch der epigrammatische
Schluss: Aber was nützt es den Mohren zu waschen ?
konnte nicht versöhnen, um so weniger, als schon am nächsten
Blatte ein neuer Ausfall gegen die Geistlichen folgte, welche
das Erträgniss ihrer reichen Pfründen für Dirnen und ihren
Gott, den Bauch, vergeuden. 1 Ueber jene Beschuldigung erhoben
die Nonnen und ihre Beschützer einen solchen Lärm, dass
ohne Intervention einflussreicher Männer jedesfalls die Klage
gegen Rhenanus nach Rom abgegangen wäre. Die Verdammung
des Ketzers von dorther war gewiss, das Schicksal
Reuchlin’s drohte auch dem Rhenanus. Doch liess sich dieser
durch all’ das Gerede und die Gefahr nicht einschüchtern, seiner
Ueberzeugung auch fernerhin unerschrockenen Ausdruck zu
geben. An den kirchlichen Verhältnissen nimmt er fortan das
lebhafteste Interesse, er gehört in Basel mit zu denen, die
gegen die Anhänger der Scholastik und den Obscurantismus
ankämpften, sogar als er der Pest wegen Basel 1519 verlassen,
lässt er sich durch seinen Famulus über die religiöse Bewegung
daselbst und über die Verfolgung der classisehen Studien
und ihrer Lehrer durch die ,Sophisten' referiren. 2 Schon früher
aber nimmt er an dem Reformationswerke des ihm eng
verbundenen Zwingli den innigsten Antheil. Zwingli gibt Rhenanus
Nachrichten von dem Treiben des Ablasskrämers Bern-1
Vita Geileri (fol. a.„ a. 3 )
2 Vergl. Brief des Burer (1519. 6. December.) bei Fechter Bomfaeius
Amerbacb.
Sitzb. d. phil.-liist. CI. LXX. Bd. III. Hft. 15