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H o r a w i tz.
getlieilte. Es passt ganz gut zu der Vorstellung, die wir uns
von Rhenanus Aussenseite machen konnten. Grosse ehrliche
Augen, starke Züge, ein glattes, bartloses Gesicht mit kräftiger
Mund- und Nasenbildung und jenem bekannten Faltenwinkel
zwischen Mund und Nase, dem wir auf den Gesichtern thätiger,
arbeitsamer Männer so häufig begegnen. Dem Portrait sind
Eloquia des Ursinus Vehlius, Joan. Atrocianus, A. Periander,
Johann Sapidus, Georg Fabricius beigegeben. Unter dem Bilduisse
befindet sich der Vers: ,Multum se Germana mihi historia
atque Latina Debet: me Patriae vindice claret honos.
Charakter des Rkenamis.
Ein Bild von dem Charakter des Rhenanus zu entwerfen,
ist unschwer möglich, denn nicht blos Sturm gibt eine genaue
Beschreibung seiner Sitten, 1 sondern auch aus seinen Briefen,
den Vorreden und Erläuterungen seiner Werke, so wie aus
den Zuschriften an ihn ist ziemlich reicher Stoff zu gewinnen.
Rechtlichkeit, Bescheidenheit, Keuschheit 2 und Treue gegen
seine Freunde zieren das Privatleben Rhenan’s, das Sturm ein
Philosophenleben nennt. Ueberall erscheint uns Rhenanus als
eine ruhige, versöhnliche Natur, er selbst meint: Sed christianum
mihi videtur tob? A/OpA; oia -wv euspysoiüv ahsuc zstsTv. 3
Aber er war dabei auch eine gerade offene Natur, ,ich bin
keiner von denen/ schreibt er schon 1509 an Reuchli n, ,die
etwas daher schwätzen, anderes aber im Busen verschlossen tragen,
bei mir fühlt der Geist mit der Feder, die Zunge mit
dem Herzend Rücksicht für den Nächsten leitet stets sein Urtheil,
seine Handlungsweise, es gibt keinen richtigem Satz für
1 Sturm S. 53. ff.
2 de pudicitia constat, quod non solrnn absque crimine sed etiam absquo
suspicione eriminis nsqne ad exitum vitae vixerit. Sturm. Vgl. Bern
Epitaph.
3 Im Briefe an Zwingli vom 13. Februar 1519. (Schulthess) VII. 68.