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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 70. Band, (Jahrgang 1872)

Beatus  Rlienanus.

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seinen  kostbarsten  Scliatz  1  dem  Käthe  und  der  Bürgerschaft
seiner  Vaterstadt,  wo  sie  verwahrlost  und  vergessen  bis  1751
verblieb.  In  diesem  Jahre  entdeckte  sie  S  c  h  ö  p  fl  i  n.  In  der
,domus  mercatoria',  wie  im  Archiv  von  Schlettstadt  befinden
sich  zahlreiche  Briefe  des  Rhenanus,  bisher  noch  nicht  gesammelt ­
  und  herausgegeben.  Auch  die  Bibliothek  des  Basler
Antistitii  besitzt  achtundreissig  Briefe  an  und  von  Rhenanus.  2
Als  Grandidier  in  der  zweiten  Hälfte  des  achtzehnten  Jahrhunderts ­
  Schlettstadt  besuchte,  fand  er  die  Bibliothek  des  Rhenanus ­
  im  schlechten  Zustande,  er  notirte  die  Aufschriften  der
Wand  der  Bibliothek- 1  und  versichert,  dass  sich  in  der  Büchersammlung ­
  viele  Incunabeln  (plusienrs  livres  imprimes  de  la  premiere
  Impression),  der  Adelsbrief,  den  Karl  V.  dem  Rlienanus
unter  dem  18.  August  1523  ausstellte,  und  auch  die  silberne
Schale,  die  Rhenanus  seiner  Vaterstadt  geschenkt,  befunden
hätten.  Er  gibt  auch  die  wichtige  Notiz,  dass  die  meisten
Bücher  des  Rlienanus  reichlich  mit  Marginalnoten  bedeckt  seien.
Prof.  J.  Mähly  in  Basel  fand  bei  seinem  kurzen  Aufenthalte  in
Schlettstadt  (in  den  fünfziger  Jahren  dieses  Jahrhundertes)
Veranlassung  zu  ähnlichen  Bemerkungen.  Er  schreibt  mir
(VI  1872):  ,.  .  .  ich  schöpfte  zu  gleicher  Zeit  die  Ueberzeugung,
dass  unter  der  Masse  von  Briefen,  welche  dort  ziemlich  geordnet
aufbewahrt  sind,  sich  noch  ganz  anständige  Schätze  heben  lassen, ­
  wenn  sie  culturhistorischcn  Blickes  durchgangen  werden,
nämlich  der  ganze  schriftliche  Nachlass  des  Rlienanus  findet
sich  in  einer  Räumlichkeit  in  Schlettstadt  vor  .  .  .  :  .  wünschenswerth
  wäre  es  in  hohem  Grade,  wenn  einmal  Licht  in
dieses  Chaos  hineinkäme!’  —  Nur  ein  Portrait  des  Rlienanus  ist
mir  bekannt,  das  von  dem  verlässlichen  N.  Reusner 4  mit-'

  Bezeichnend  für  die  Liebe  zu  seinen  Büchern  ist  die  Aufschrift,  die  er
ihnen  gab:  Beati  Rhenaui  sum,  nec  dominum  mnto.
2  Diese  Angabe  verdanke  icli  der  gütigen  Mittheilung  des  Herrn  Antistes
von  Basel  Dr.  Stockmayer.
3  Die  Inschrift  lautet:
Rhenani  Libri  anno  hoc  Loci  Restituuntur
Quo  Princeps  Lodo  IX.  aedes  sacras  visitavit
Insignis  pietate,  Rohan  progenie  elarus.
4  Icones  sive  imagines  virorum  litteris  illustrium.  Argentorati  15S7.
            
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