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Ö o r a w i t z.
waren ebenfalls vielbesuchte Sammelplätze der Gelehrten,
die aus Italien und Frankreich, sowohl wie aus dem Norden
— aus Polen kommt z. B. Johann von Lasco 1 — hier zusammenströmten.
Rhenanus blieb also in Basel, siedelte sich 1519
auf dem Rosenberge (mons Rosarius) an, ertlieilte auch einigen
jungen Leuten Unterricht, und nahm sich einen Famulus. Dieser
Famulus Albert Bur er, geboren zu Brugg, (nicht zu
Beugg) im Argau, ist durch seine Beziehung zur Vellejusausgabe
des Rhenanus, wie durch seine bei den Philologen heute noch
in Ansehen stehenden Emendationes ex codicevetusto
den Fachmännern vortheilhaft bekannt. 2 Er erwies
dem Rhenanus wichtige Dienste, begab sich um 1521 nach Wittenberg,
von dem er den Amerbachs eine Schilderung (vornehmlich
die materiellen 3 Verhältnisse hat er berücksichtigt)
lieferte, 1537 erscheint er als Schulmeister in Niedersiebenthal. 1
Burer vermittelte den Verkehr zwischen Basel und Schlettstadt,
als Rhenanus, zur Trauer seiner Freunde, 6 der Pest
wegen Basel verliess. Dies muss jedesfalls schon vor dem September
1519 geschehen sein, denn in diesem Monate erstattet
Burer Bericht über die Lutherischgesinnten in Basel. Auch im
November und December desselben Jahres erscheint Rhenanus
in Schlettstadt 6 wohin er sich nun- öfter begiebt, um nach
1 Vgl. den Brief des Ehenanus an Lasco in Gabbema Hlustrium et
Clarorum virorum Epistolae. Harlingae Frisiorum 1669. S. 10. Ueber F.v.
Lasco siehe B a r t e l’s F. a. Lasco 1860. Vgl. S. 5, das lobende Ilrtheil
des Erasmus über Lasco. Vgl. Stintzing Zasius, Brief des Amerbach
S. 373. Erasmi Opera III. 517, 576.
2 Vergl. Moriz Haupt in den Berichten über die Verhandlungen der k.
sächs. Gesellschaft der Wissenschaften 1S49. I. S. 190 ff.
3 F e c h t e r a. a. 0.
4 Vgl. Fechter, die Amerbach’sche Handschrift des Vellejus 40. 41. Einen
für Bnrer’s Lebensauffassung bezeichnenden Brief tlieilt Mähly a. a. 220 mit.
5 Amman schreibt z. B. an Zwingli (Opera VII. 83. Beatü Rhenanum,
virum vere beatum, brevi abiturum dolemus.
G Dies entnehme ich den Briefen des Burer an Rhenanus vom 12. November
und 5. December (pridie Nicolai) bei Fechter Bonifaz Amerbach
192. Aus Schlettstadt schrieb er auch an Hutten um 1519, vgl.
S trau ss a. a. O. S. 275. Dass er im Januar 1520 in Schlettstadt gewesen,
geht aus Zwingli’s Brief an den Myconius (Opera VII. 106), hervor,
in dem es heisst: ,Scripsit ad me Rhenanus interea bis e Selestadio.
Im December 1521 ist er wieder in seine Vaterstadt gegangen, die Fa-