Beatus Rhenanus.
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könne. Ein Verlangen dem auch Reuchlin entsprach. — Es
zeigt für die liebenswürdige Bescheidenheit des jungen Mannes,
der schon 1508 als Schriftsteller aufgetreten war 1 und sich in
seinen Briefen als tüchtiger Lateiner erwies, dass er beschloss,
seine Lehrzeit zu verlängern und sich zu weiterer Ausbildung
nach zu Basel begeben. Es war ein sehr glücklicher, das fernere
Leben und Wirken des Rhenanus bestimmender Gedanke! Denn
hier traf er die Zierde der damaligen Wissenschaft, das Haupt
der deutschen Gelehrten, den berühmten Erasmus, in ihm
das leuchtende Vorbild für sein Streben. Sehr bald entwickelte
sich die Bekanntschaft zwischen beiden Männern zu einer echten
Lebensfreundschaft. Schon 1515 widmet Erasmus dem — beinahe
um zwanzig Jahre jüngeren — Freunde seinen Commentar
zum ersten Psalm. 2 Rhenanus aber bewies seine Freundschaft
durch die eifrige Sorge, die er für die Werke des Erasmus
an den Tag legte. Er war der Erste, welcher sie im
Manuscripte sah, zuerst seiner Kritik unterzog, ja sogar Druck
und Correctur derselben überwachte. 3 Getrost überlässt ihm
Erasmus die heikle Auswahl und das Recht der Abänderung
bei der Herausgabe seiner Briefe um 1520, er kann nicht oft
genug sein Vertrauen zu ihm äussern und beschwört ihn bei
ihrer Freundschaft, die Ausgabe so zu besorgen, dass man
seine (des Erasmus) Abwesenheit nicht bemerke. Und das würde
haben braucht) plausibel macht. Doch man beachte die chronologischen
Daten. 1501 stirbt Crato, Beatus wird Gebweiler übergeben, wird Aufseher
der kleineren Knaben, er war damals schon 16jährig, kommt dann, vielleicht
1502 oder 1503, nach Paris, bleibt daselbst — bis zu Sapidus’ Ankunft
drei Jahre (also etwa bis 1506), arbeitet dann gemeinsam mit
Sapidus, gibt um 1508 die Briefe des Faustus heraus, erscheint um 1509
in Schlettstatt (vgl. I. Brief an Reuchlin)", um 1511 in Basel, wo er längere
Zeit, den Unterricht Conon’s geniessend, weilte, — so ist nur die Zeit von
1508 -1510 oder 1511 für den Strassburger und Sehlettstädter Aufenthalt
möglich. Dass er um 1510 in Strassburg war, beweist der II. Brief an
Reuchlin.
1 Nicht seine Vita Geiler’s (um 1510) ist seine erste Publication, wie
man gewöhnlich annimmt, sondern das Vorwort zu den Briefen
seines Lehrers Faustus Andrelinus (vom August 1508).
2 Adieci commentarium in Psalmum, Beato Rhenano nostro dedicatum
schreibt er um 1522 an Pirkheimer. Bil. Pirkheimeri Epistolica
p. 272. Frankfurter Ausgabe der Werke von 1610,
3 Mähly a. a. O. 217,