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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 70. Band, (Jahrgang 1872)

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Horawitz.

Zeichens,  zu  bemerken/  Wie  lange  Rhenanus  in  Paris  blieb  ist
unbekannt,  sicher  nur,  dass  er  bereits  1511  wieder  an  einem
anderen  Orte  erscheint,  an  dem  sich  die  günstigste  Gelegenheit
bot,  neue  Kenntnisse  zu  gewinnen  und  die  bereits  gewonnenen
zu  benützen.  Basel  ist  es,  das  ich  meine,  und  das  nun  durch
Jahre,  bis  1527  Rhenanus’  Aufenthaltsort  wurde.

Der  Basler  Aufenthalt.
Bevor  er  aber  nach  Basel  ging,  weilte  er  kurze  Zeit  in
seiner  Vaterstadt  und,  wie  es  scheint,  zwei  Jahre  in  Strassburg  b
In  diesem  Jahre  fällt  die  Abfassung  der  einzigen  nachweisbaren ­
  Briefe  des  Rhenanus  an  Reuchlin,  durch  welche  seine
Beziehung  zu  diesem  grossen  Gelehrten  sichergestellt  ist.  Der
Wunsch,  seinem  Lehrer  Faber  Stapulensis  gefällig  zu  werden,
veranlasst  sein  Schreiben  an  Reuchlin,  in  dem  er  diesen  bittet,
ihm  zum  Behufe  der  Cusa-Ausgabe  Bücher  leihen  zu  wollen,
damit  er  daraus  die  gewünschten  Abschriften  für  Faber  fertigen

ersten  Erscheinens  in  Basel  an.  Diess  lässt  sich  aber  nicht  wohl  halten,
denn  erstens  ist  es  kaum  denkbar,  dass  Conon,  der  um  1513  starb,  in
wenigen  Monaten  schon  einen  solchen  Einfluss  auf  die  Studien  des  Rhenanus ­
  genommen,  dann  aber  gibt  es  ein  leider  nicht  vollständiges  Zeugniss
  dafür,  dass  Rhenan  schon  1511  in  Basel  des  Umgangs  der  Amerbache
und  der  Belehrung  durch  Conon  genoss.  Sapidus  schreibt  nämlich  an
Bonifaz  Amerbacli  (Fechter  a.  a.  O.  S.  182)  um  1511  von  Schlettstadt
aus:  Herzlich  freute  mich  uhsereres  gelehrten  und  lieben  Beatus’  Rückkehr, ­
  zumal  von  einem  Orte,  wo  die  h.  Musen,  nachdem  sie  Griechenland
und  Latium  verlassen,  mit  allen  ihren  Hainen  und  Quellen  .  .  .  ihren
Wohnsitz  aufgeschlagen  zu  haben  scheinen  und  im  ruhmvollen  Deutschland ­
  zum  Kampfe  herausfordern,  und  auf  den  winkenden  Kampfpreis  hindeuten. ­
  Sodann  erzählt  Sapidus,  wie  Rhenanus  von  Conon  —  der  übrigens
um  1510  auf  Reuclilin’s  Empfehlung  nach  Basel  gekommen  —  und  den
Amerbachen  gesprochen.  —  Audi  Martin  Butzer  (vgl.  Baum,  Capito  und
Butzer,  S.  101),  rühmt  Basel  mit  ähnlichen  Worten:  Apollo  mit  allen
Musen,  ,schreibt  er, 1  ist  nach  Basel  ausgewandert,  dem  Sitze  wahrer  Gelehrsamkeit ­
  und  Bildung.
1  Den  Worten  Sturm’s  (Vita  52):  et  primum  Argentorati  aliquot  anni
constitit,  scheint  der  Mangel  an  Nachrichten  über  diesen  Aufenthalt  zu
widersprechen,  während  die  Abfassung  des  Nekrologs  von  Geilsr  einen
längeren  Aufenthalt  (der  aber  freilich  nicht  mehrere  Jahre  gedauert  zu
            
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