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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 70. Band, (Jahrgang 1872)

Beatus  Rhenanus.

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gesundes  Urtheil  zeichnen  diesen  Stubengenossen  des  Beatus
aus  *,  mit  dem  der  Letztere  auch  später  noch  —  als  Hummelberger ­
  Pfarrer  in  Ravensburg  geworden  —  in  Correspondenz
stand 2 .  Ein  lebhafter  wissenschaftlicher  Gedankenaustausch
beschäftigt  die  strebsamen  jungen  Deutschen  in  der  fremden
Weltstadt,  Rhenanus,  Hummelberger  und  Sapidus  verkehren
mit  den  bedeutendsten  Gelehrten,  auch  mit  —  dem  älteren  —
J.  Wimpfeling 3  und  sammeln  bienenfkussig  grosse  Kenntnisse,
von  denen  in  ihren  Briefen  die  Eleganz  ihrer  Latinität,  wie
die  Fülle  von  Wissen  -  auch  in  der  Philosophie  —  zeigen.
So  g  ross  war  die  Wissbegier  in  Rhenanus,  dass  er  in  der
Druckerwerkstätte  des  Heinrich  Stephanus  zu  Paris  sich  als
Corrector  beschäftigen  liess,  um  den  Umgang  mit  den  vielen
gelehrten  Männern  geniessen  zu  können,  die  sich  dort  —  wie
es  in  jener  Zeit  Sitte  war  —  versammelten.  Es  wird  kaum
einem  Zweifel  unterliegen,  dass  Paris  die  Stätte  war,  an  der
Beatus  die  Grundlagen  zu  der  für  seine  Zeit  so  staunenswerthen
  philologischen  und  kritischen  Fertigkeit  gewann.  Er  bebewahrte ­
  der  Stadt  —  aus  der  er  übrigens  auch  hie  und  da
weitere  Ausflüge  machte 4 ,  stets  eine  gewisse  Theilnahme.  Noch
um  1531,  am  Schlüsse  seiner  deutschen  Geschichte, 5  kann  er
nicht  umhin,  der  Stadt  Paris  einige  Worte  zu  schenken. 6  Eine
in  der  Sache  selbst  liegende  Nöthigung  dazu  besteht  nicht;  er
selbst  erkennt  dies:  ,Ich  habe  nicht  im  Sinne'  sagt  er,  Ausländisches ­
  zu  behandeln.'  Doch  treibt  ihn  die  Macht  der  Erinnerung ­
  zu  Ehren  der  Pariser,  ,bei  denen  er  eine  Zeit  lang
gelebt,  Einiges  gewissermassen  anstatt  der  Koronis,  des  Endkrieg ­
  (206)  oder  über  Erasmus  (207),  cf.  auch  151  —153  über  Reuchlin’s
  Streit  mit  Hogstraten  182/3  193.  u.  h.  w.  Briefe  des  Rhenanus  an  und
von  Hmnmelberger  b.  Veith  173,  203,  209;  Brief  Hummelberger’s  an
Reuchlin  von  1518  in  der  Sammlung  der  Briefe  an  diesen.
1  Reifes  Urtheil  und  unausgesetztes  Studium  der  Alten  rühmt  Beatus  ihm
nach.  1525  vgl.  Epp.  (Veith  203).
2  Zwingli’s  Briefe  I.  81/2.
3  Contra  etiam  Wimpfelingius  majore  erat  in  observantia  propter  aetatem
et  aestimationem.  J.  Sturm  52.
4  Epist.  ad  Puchaimerum  im  Anhänge  an  die  Rerum  Germanicarum
Libri.  Editio  prineeps.  S.  193  nach  Tours  und  Blessis.  (Blois).
5  Rer.  Germ.  1.  S.  182.
6  J.  Mähly  Beatus  Rhenanus  (Alsatia  1856),  dem  ich  viele  der  obenstehenden ­
  biographischen  Notizen  danke,  nimmt  1513  als  das  Jahr  seines
            
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