Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 70. Band, (Jahrgang 1872)

200

Ho  rawitz.

Sache  entgegenbrachte'.  1537  soll  Faber  in  einem  Alter  von
101  Jahren  gestorben  sein.  Sein  Einfluss  auf  Rhenanus  blieb
in  voller  Stärke  und  ungeschwächt  bestehen,  bis  die  mächtigere
Persönlichkeit  des  Erasmus  ihn  wohl  in  den  Hintergrund  drängte 2 .
Uebrigens  pries  auch  Erasmus  den  Faber  noch  um  1523  mit
den  Worten:  J.  Fabrum  ....  quis  candidius  laudavit  quam
ego?  (Spongia  in  Böcking’s  Plutteni  Opera  II.  S.  314.)  Er
stand  mit  ihm  in  einer  Correspondenz,  (Briefe  in  Erasmi  Opera
III.  9,  82,  127,  142,  809,  493.)  die  trotz  einer  um  1517  geführten
Controverse  sich  in  den  artigsten  Formen  erging.
In  der  Begeisterung  für  den  geliebten  Lehrer,  die  so  weit
ging,  dass  die  Jünglinge  alle  Commentare  ausser  denen  des
Stapulensis  überflüssig  fanden  3 ,  stimmte  auch  ein  sehr  gescheidter
und  treu  ergebener  Landsmann  mit  Rhenanus  überein  •—  Michael
Hummelberger 4 .  Enthusiasmus  für  die  Alten,  klares  und
1  Baum  1.  c.  338,  350.  Capito  schreibt  1525  au  Zwingli:  Jacob  Stapulensis
der  Zwingli  griisst  se  nominat  Antonium  Peregrinum  ....  nam  latere
cupiunt  et  tarnen  pueris  noti  sunt.  Eiecit  eos  Gallia  tyrannis  Theologorum.
Zwingli  Opera  VII.  439.
2  Sowohl  Wimpfeling  als  auch  Thuanus  und  Sleidanus  loben  ihn,  grosse
französische  Werbe  (z.  B.  die  Biographie  universelle)  erwähnen  seiner
nicht  einmal.
3  Hummelberger’s  Brief  bei  Veith-Lotterus  de  vita  et  scriptis  C.  Peutingeri:
  S.  171.  Begeistert  schreibt  Glarean  (1517)  über  ihn:  (Opera
Zwingli  VII.  26)  vir  humanissimus  atque  ita  benignus  ut  non  nunquam  videatur,
  quamquam  id  revera  minimo  facit.,  videatur  tarnen  suae  gravitatis
obfltus.
4  Mir  ist  keine  Biographie  des  tüchtigen  Mannes  bekannt,  nur  Veith  gibt
Einiges  über  ihn.  S.  142.  Er  edirte  um  1534  ein  Epitome  Grammat.
graecae.  Basileae,  Herwagen  in  8.  Cf.  Conrad  Gesner  Bibi.  univ.  II.  p.
512.  H.  hatte  auch  Interesse  für  Numismatik.  (Epp  159  ff.)  und  Geschichte
(163),  beschäftigte  sich  mit  Pflanzenstudien  und  reiste,  vom  Wissensdrange
getrieben,  nach  Eom.  (1515.)  Er  genoss  eines  grossen  Ansehens  unter  den
Gelehrten,  correspondirt  mit  Zwingli  (Schulthess  Briefe  Zwingli’s  I.  198
201,  219,  222,  240),  mit  Bebel  (Veith  Epp.  164,  172)  mit  Peutinger.
(z.  B.  Epp.  182,  183,  193.)  Alexander  Brasicanus,  der  ihn  ,delicium‘
nennt,  widmet  ihm  seinen  Cäsar  (Veith  Epp.  195).  Reuchlin  lobt  ihn
(ibid.  194),  mit  den  Worten:  cur  enim,  quae  Hummelbergii  sunt  non  valde
placerent  Capnioni!  Auch  Bernardus  Adelmann  schätzt  ihn  hoch  (ibid.
201,  202).  Rhenanus  aber  sagt:  (ibid.  204.)  Qui  novi  multorum  annorum
experientia  ex  contubemio,  quam  vir  integer  sis  et  amans  honesti  u.  s.  w.
Vgl.  auch  unten.  Uebrigens  muss  auch  der  Leser  der  Briefe  H.’s  den
Schreiber  liebgewinnen,  vgl.  sein  vernünftiges  Urtlieil  über  den  Bauern-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.