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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 70. Band, (Jahrgang 1872)

Erfindung  und  Gebrauch  der  chinesischen  Schriftgattungen.

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gerollt,  fiel  und  war  kraftvoll  und  zierlich.  Das  Aussehen  war
feuchtglänzend  und  dasjenige  der  herabhängenden  Peilen.  Man
befahl  Tu-tö,  im  Kreise  zu  drehen  seine  Finger.  Man  liess
Pe-ying  umwenden  seine  Handwurzeln.  Man  liess  sie
auftragen  die  überragende  Gestaltung  auf  das  weissglänzende
Ungefärbte,  herablassen  die  ausnehmenden  Schauspiele  für  hundert ­
  Geschlechtsalter  h
Kao-tsu 2  war  im  Schreiben  ganz  ungeschickt.  ^  ^|j
Lieu-mö-tschi  sprach:  Dieses  ist  zwar  eine  Kleinigkeit,  aber
es  bedeckt  in  seiner  Verbreitung  die  vier  fernen  Gegenden.  Es
ist  zu  wünschen,  dass  du  ein  wenig  wieder  aufmerksam  bist.  —
Kao-tsu  war  nicht  fähig,  hierauf  seine  Gedanken  zu  richten.
Er  vertheilte  überdiess,  was  sich  an  seinem  Aufenthaltsorte
befand.  Mö-tschi  sagte  jetzt:  Mögest  du  nur  dem  Pinsel  freien
Lauf  lassen  und  grosse  Schriftzeichen  bilden.  Wenn  ein  Schriftzeichen ­
  im  Durchmesser  einen  Schuh  hat,  so  genügt  dieses,  um
etwas  einzuhüllen.  Zudem  ist  der  Name  dessen  auch  vortrefflich. ­
  —  Kao-tsu  befolgte  dieses.  Auf  einem  Stück  Papier
standen  nicht  mehr  als  sechs  bis  sieben  Schriftzeichen,  und  es
war  sogleich  voll 3 .
Tai-tsu  4  verstand  sich  gut  auf  das  Schreiben.  Als  er  seine
Rangstufe  erstieg,  hörte  er  nicht  auf,  diese  Kunst  aufrichtig
zu  lieben.  Er  schrieb  mit  ^  J  Wang-seng-kien  auf
das  Schachbret.  Als  sie  fertig  waren,  sagte  er  zu  Kien:
Wen  nennt  man  den  Ersten?  —  Seng-kien  antwortete:  Wenn
ich,  der  Diener  schreibe,  so  bin  ich  unter  den  Dienern  der
Erste.  Wenn  derjenige,  vor  dem  ich  unter  den  Stufen  stehe,
schreibt,  so  ist  er  unter  den  Kaisern  der  Erste.  —  Der  Kaiser
lachte  und  sprach:  Von  dir  lässt  sich  sagen,  dass  du  dir  gut
zu  rathen  weisst.

Sie-tschao-tsung  sagte  zu  J  Wang-tse:
Wie  verhält  sich  deine  Schrift  zu  derjenigen  des  Herrn

'  Das  Buch  der  Tsin.
2  Kao-tsu  (der  hohe  Ahnherr)  ist  Lieu-yö,  der  spätere  Kaiser  Wu  von  Sung.
3  Das  Buch  der  Sung.
4  Tai-tsn  (der  grosse  Ahnherr)  ist  der  spätere  Kaiser  Kao,  Gründer  des
Hauses  Tsi.
            
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