Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 70. Band, (Jahrgang 1872)

196

Ü  o  r  a  W  i  t  z.

der  Sclilettstädter  Schule  waren  Ludwig  Dringenberg,  1
Hieronymus  Gebweiler 2 ,  Johannes  Sapidus  und  Vitus
Rotenb  ur  gius  3 .  So  begann  auch  hier  der  Humanismus  Wurzel ­
  zu  fassen  und  es  begreift  sich,  dass  Antonius  Rhenanüs
seinem  einzigen  Sohn  die  Vortheile  des  gelehrten  Unterrichtes
geniessen  liess.  Denn  Rhenanus’  Vater  —  wie  es  scheint  ein
verständiger  Mann,  —  der  sich  durch  Fleiss  und  Sparsamkeit
ein  Vermögen  erworben  und  nicht  blos  in  den  Rath,  sondern
sogar  zum  Bürgermeisteramte  gelangte,  wollte  nach  dem  Tode
seiner  Gemahlin  —  Beatus  verlor  die  Mutter  schon  im  zweiten
Jahre  seines  Lebens 4  —  nicht  mehr  heiraten  und  widmete
sich  mit  Eifer  und  Einsicht  der  Erziehung  seines  Sohnes.  Zuerst ­
  ward  Beatus  dem  Crato  von  Udenheim,  einem  Manne
von  grosser  Sittenstrenge  5  und  einer  für  die  damalige  Zeit  ansehnlichen ­
  Bildung  übergeben.  Nach  dessen  Tode  (1501)  übernahm
ihn  Gebwiler,  unter  dem  Beatus  solche  Erfolge  erzielte,  dass  er
seines  Fleisses  und  seiner  Fortschritte  halber  über  die  Knaben  der
unteren  Classen  gesetzt  ward.  Damals  war  auch  Sapidus  unter
diesen  —  er  stellte  dem  jungen  Rhenanus  das  ehrenvolle  Zeugniss
  aus,  er  habe  seine  Pflegebefohlenen  nicht  blos  unterrichtet,
sondern  auch  gebessertAuch  Leo  Jud  war  sein  Mitschüler 7 .
1  Röhrich  a.  a.  O.  203.
2  jtöhrich  212.
3  Rhenanus  Ren.  Germ.  1.  (III)  S.  157.  Ueber  die  Schule  von  Schlettstadt
vgl.  Röhrich,  Mittheilungen  ans  der  Geschichte  des  Elsasses,  Strassburg
1855.  1.  78  ff.  (auch  in  Illgen’s  Zeitschrift  für  bist.  Theologie  IV.  2.
1834)  Raumer  G.  d.  Pädagogik  I.  110.
4  Die  Angabe  der  Vita  Rhenani  per  Joaunem  Sturmium  (in  Chr.
G.  Buderi  Vitae  clariss.  Historie.  Jenae  1740.)  S.  48:  Eodem  quo  (Rh.)
natus  fuit,  anno  matrem  amisit  B.  Kegeliam  ist  falsch,  denn  die  wahrscheinlich ­
  später  von  Beatus  verfasste  Grabsc.hrift:  sur  le  cimetiere  de  la
paroisse  (Grandidier,  Oeuvres  inedites  VI.)  lautet:  Barbara  Kegeleriane
mulierum  decori  quam  phtisis  quadragenariam  extinxit  an.  1487  XII.
kal.  aug.  Antonius  Rh.  uxori  incomparabili  fieri  jussit.
5  In  seinem  Vorworte  zur  Schrift:  De  fide  meretricum  in  suos  amatores.
Imp.  Aug.  per  J.  Froscliauer  1505,  4.,  warnt  er  seine  Schüler  vor  Unkeuschlieit.
  Beatus,  Villinger,  Spiegel  und  Schürer  weihten  ihm  ein  Epitaph,
vgl.  Grandidier  1.  c.  VI.  343.
0  Quos  non  solum  doeuit,  verum  etiam  castigavit.  J.  Sturm  Vita  B.  Rhenani.
  1.  c.  49/50.  Ich  kann  mich  nicht  überreden,  das  .castigare 1  anders
aufzufassen.
7  Vgl.  Leo  ludae  von  Pestalozzi  1800.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.