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Ü o r a W i t z.
der Sclilettstädter Schule waren Ludwig Dringenberg, 1
Hieronymus Gebweiler 2 , Johannes Sapidus und Vitus
Rotenb ur gius 3 . So begann auch hier der Humanismus Wurzel
zu fassen und es begreift sich, dass Antonius Rhenanüs
seinem einzigen Sohn die Vortheile des gelehrten Unterrichtes
geniessen liess. Denn Rhenanus’ Vater — wie es scheint ein
verständiger Mann, — der sich durch Fleiss und Sparsamkeit
ein Vermögen erworben und nicht blos in den Rath, sondern
sogar zum Bürgermeisteramte gelangte, wollte nach dem Tode
seiner Gemahlin — Beatus verlor die Mutter schon im zweiten
Jahre seines Lebens 4 — nicht mehr heiraten und widmete
sich mit Eifer und Einsicht der Erziehung seines Sohnes. Zuerst
ward Beatus dem Crato von Udenheim, einem Manne
von grosser Sittenstrenge 5 und einer für die damalige Zeit ansehnlichen
Bildung übergeben. Nach dessen Tode (1501) übernahm
ihn Gebwiler, unter dem Beatus solche Erfolge erzielte, dass er
seines Fleisses und seiner Fortschritte halber über die Knaben der
unteren Classen gesetzt ward. Damals war auch Sapidus unter
diesen — er stellte dem jungen Rhenanus das ehrenvolle Zeugniss
aus, er habe seine Pflegebefohlenen nicht blos unterrichtet,
sondern auch gebessertAuch Leo Jud war sein Mitschüler 7 .
1 Röhrich a. a. O. 203.
2 jtöhrich 212.
3 Rhenanus Ren. Germ. 1. (III) S. 157. Ueber die Schule von Schlettstadt
vgl. Röhrich, Mittheilungen ans der Geschichte des Elsasses, Strassburg
1855. 1. 78 ff. (auch in Illgen’s Zeitschrift für bist. Theologie IV. 2.
1834) Raumer G. d. Pädagogik I. 110.
4 Die Angabe der Vita Rhenani per Joaunem Sturmium (in Chr.
G. Buderi Vitae clariss. Historie. Jenae 1740.) S. 48: Eodem quo (Rh.)
natus fuit, anno matrem amisit B. Kegeliam ist falsch, denn die wahrscheinlich
später von Beatus verfasste Grabsc.hrift: sur le cimetiere de la
paroisse (Grandidier, Oeuvres inedites VI.) lautet: Barbara Kegeleriane
mulierum decori quam phtisis quadragenariam extinxit an. 1487 XII.
kal. aug. Antonius Rh. uxori incomparabili fieri jussit.
5 In seinem Vorworte zur Schrift: De fide meretricum in suos amatores.
Imp. Aug. per J. Froscliauer 1505, 4., warnt er seine Schüler vor Unkeuschlieit.
Beatus, Villinger, Spiegel und Schürer weihten ihm ein Epitaph,
vgl. Grandidier 1. c. VI. 343.
0 Quos non solum doeuit, verum etiam castigavit. J. Sturm Vita B. Rhenani.
1. c. 49/50. Ich kann mich nicht überreden, das .castigare 1 anders
aufzufassen.
7 Vgl. Leo ludae von Pestalozzi 1800.