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Hora witz.
eine kreisförmige Gestalt. Tüchtige Ziegelmauern umgaben sie;
die Galerien waren fast überall gedeckt. In dem ergötzlichen
Bestreben hatte man dies gethan, um den Wachen, welche des
Nachts die Runde machten, Schutz vor ,des Himmels Unbilden'
bei ihrem verantwortlichen Amte zu verschaffen. Viele ,nicht
zu verachtende Thürrne' schlossen sich an die Mauern, die ein
mit reichlich fliessendem Wasser erfüllter Graben umgab. Wälder
rahmten das schöne Stadtbild ein, das Wasser zahlreicher
Canäle umfloss es in solcher Menge, ,dass man glauben mochte,
in Holland zu sein.' Wer durch das Ellthor an den Rhein wandern
wollte, hatte vierunddreissig Brücken zu überschreiten.
So durch Natur, wie durch Kunst geschirmt, bot das damalige
Schlettstadt das Ansehen einer Festung. Aber nicht blos gesichert
und volkreich — sie zählte zweitausend sechshundert
Communicanten — sondern auch ziemlich begütert war die
Stadt. Häufig landeten hier Schiffe, um den guten Elsässerwein
nach Strassburg und von da nach Niederdeutschland zu exportiren,
was für den Illzoll ein nennenswerthes Erträgniss abwarf.
Die Anzahl der Kirchen und Klöster war eine nicht unbedeutende,
da gab es Dominicaner, Franziscaner, Johanniter, Benedictiner
und die Nonnen von Silo 1 — fast alle lebten in stattlichen
Gebäuden. Für den kleinen Beatus mochte aber die
schöne Pfarrkirche mit ihrem weithin sichtbaren Thurme den
grössten Reiz bieten, waren ja hier die Glasfenster zu sehen,
die Kaiser Friedrich der ,Rothbart‘ gespendet 2 . Und auch eine
verwitterte Fahne hing dort zum Gedächtnisse der muthigen
That der Schlettstädter Bürger, die jenes Banner um 1444 den
,Armengecken' auf deren Rückzuge entrissen 3 . Ueberhaupt
1 Eine Schlettstädter Chronik (Ausgabe bei Grandidier, Oeuvres inedites,
Colmar 1867. VI. S. 347) bemerkt über sie u. a. 1246: ,Bey dem Berg Sil
genannt, nahe bei Rappschweier wohnten Kloster Jungfrauen S. Augustini
Orden.-' und berichtet auch (wie Rhenanus Rer. German. 1. S. 156)
von dem auf Kosten des Münzmeisters Hesso erbauten Chor der Dominicaner.
- Die Aufschrift derselben: Tempore quo redijt superatis Mediolanis
Nos rex Romanus fieri jussit Friedericus.
B. Rhenanus 1. c. 156.
3 Auch J. Wimpfeling Rerum germ. Ep. 52, spricht mit grosser Anerkennung
von dieser That und bezeichnet — wie Rhenanus 1. c. S. 155.
Conrad den Langen als Anführer der Bürger.