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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 70. Band, (Jahrgang 1872)

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H  ora  w  itz.

und  wohl  Vieles  über  diesen  auch  von  älteren  Bekannten  desselben ­
  gehört  haben  wird  *.  Gewisse  Stellen  der  Biographie,
z.  B.  die  Schilderung  der  Lebensweise  des  Rhenanus,  sind  so
plastisch  gehalten,  dass  wir  ihnen  völlig  trauen  können,  dazwischen ­
  unterbricht  Sturm  öfter  die  Darstellung  durch  interessante
Reflexionen,  z.  B.  über  die  frühere  Art  Latein  zu  lernen  und
gibt  —  wenn  auch  geringe  —  doch  schätzbare  Nachrichten
über  die  Pariser  Professoren.  Im  Ganzen  besitzen  wir  in  Sturm’s
Biographie  eine  Quelle,  der  wir  fast  immer  Glauben  schenken,
und  die  wir  in  Verbindung  mit  den  übrigen  Nachrichten  über
Rhenanus  wohl  ohne  Weiteres  der  biographischen  Betrachtung
zu  Grunde  legen  können.  Die  zweite,  um  1856  herausgegebene
Schilderung  des  Rhenanus  ist  die  von  Professor  Dr.  Jacob
Mäh  ly  in  Basel. 2  In  ihr  sind  ausser  Sturm’s  Vita  namentlich ­
  die  Briefe  des  Rhenanus  an  Zwingli  benützt  —  ein  kurzer
Besuch  in  Schlettstadt,  wo  Mähly  erkrankte,  scheint  nicht  viel
Stoff  geboten  zu  haben  —  der  Hauptton  ist  in  der  ansprechenden ­
  und  schön  geschriebenen  Biographie  auf  Rhenanus’
Thätigkeit  als  Herausgeber  der  Classiker  gelegt,  dessen  .Bedeutung ­
  als  Historiker  nur  kurz  erwähnt.
Nach  den  vorliegenden  zwei  Biographien  Hess  sich  noch
immer  eine  dritte  schreiben.  Als  Quellen  kann  ich  —  da  ich
leider  nicht  nach  Schlettstadt  reisen  konnte  und  die  Abschriften
aus  dem  Basler  Antistitium  bisher  noch  nicht  erhielt  —  nur
gedruckte,  aber  darunter  viele  bisher  nicht  oder  nicht  völlig
benützte,  nennen.  Neben  Sturm’s  Vita,  welche  durch  Grabinschriften ­
  (bei  Gran  didier  Oeuvres  inedites  VI),  wie  durch
Briefangaben  vielfach  emendirt  wurde,  benützte  ich  noch,  darin
wohl  oft  über  Mähly  hinausgehend,  die  Briefe  an  Zwingli
(Zwingli  Opera  VII),  Johannes  aLasco  (Gabbema)
Illustrium  et  Clarorum  Virorum  Epistolae  Harlingae  Frisiorum
1669),  an  Pirkheimer  (Opera  Pirkheimeri),  Hummelberger ­
  (Veith-Lotter,  de  vita  Peutingeri,  Anhang),  Zasius  (Zasii
epistolae  ed.  Rieggei;),  Spalatin  (Ideckel,  manipulus  Epistol.
Plaviae  Variscorum  1695).  Erasmus’  Briefe,  Reuchlin’s
Briefe  u.  s.  w.,  sowie  alle  Vorreden  und  Dedicationsschreiben
in  den  Werken  des  Rhenanus  und  viele  Hilfsschriften,  die
1  Cf.  Vita  S.  55.  Beatus  Ehenanus  war  22  Jahre  vor  Sturm  geboren  worden.
2  Alsatia  1856/7.
            
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