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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 70. Band, (Jahrgang 1872)

Ueber  (las  mhd.  Buch  der  Märterer.

187

V  2677.
0  mai'gensterne  o  svnne
chlar
du  m  innechleiher  adelar
Du  tuerteltaube  lobelich
du  liecbter  man  wunnenchlich


1157.  Du  scholt  besunder  gnaedic
  sin
allen  den  die  ditz  puchelin

Lesent  oder  horent  lesen
daz  si  saelich  muezzen
wesen

G
dv  morgenstern  dv  svnne  scboen
dv  mon  weiz  der  maiden  cron
dv  turteltaub  lobleich
vber  alle  menschen  wunnencleich


dv  scholt  besunder  gedenchen
sein
allen  den  die  dicz  puch  dein
lesen  oder  hoeren  lesen
daz  si  selig  mvzzen  wesen

1175.  Da  hilf  in  o  maria  dar  hilf  dv  in  daz  maria
tu  plena  omni  gratia.  gotes  invter  pia
dv  dv  vns  deiner  hele  schein
daz  wir  dich  immer  lobent  sein
vnd  hilf  vns  fraw  lobleich
in  daz  fron  hymelreieh.
Mit  1176  schliesst  die  Frauenklage  in  V  2677.  Ich
zweifle  keinen  Augenblick,  dass  auch  noch  andere  Variationen
dieser  Frauenklage  sich  vorfinden.
Offenbar  haben  wir  in  dem  Bruchstücke  der  r  h  e  d  i  g  e  rschen
  Bibliothek  eine  eigenthlimliche  Bearbeitung  der  Marienklage ­
  vor  uns;  der  Beweis  liegt  in  der  Apostrophe  an  den
h.  Johannes,  die  Jungfrau  wol  zu  phiegen,  und  die  Wendung
von  dieser  Apostrophe  (55.  Nu  sulen  wir  wider  keren)  zur
Jungfrau  selbst.  Diese  und  die  in  V  2677  enthaltene  Marienklage ­
  gehen  auf  eine  gemeinsame  Vorlage  zurück,  wie  die
Uebereinstinnnungen  und  noch  mehr  die  Abweichungen  überzeugend ­
  darlegen.  Diese  gemeinsame  Vorlage  scheint  D  gewesen ­
  zu  sein.  Wir  erhalten  somit  folgenden  Stammbaum,  nicht
der  Hss.,  sondern  der  Texte,  in  welchem  C  das  Buch  der
Märterer,  und  B  die  Breslauer  Hs.  bezeichnet.
            
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