tJeber das rahd. Buch der Märterer.
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sogar damit soll Kaiser Karl V. eine nicht sehr erbauliche Erfahrung
gemacht haben.
Der Dichter des Passion als und der Reimer des
Buchs der Märterer haben eine und dieselbe Quelle vor
sich gehabt, nämlich des Jacobus a Voragine Legenda
aurea. Während aber der Dichter des Passion als das Buch
nur als eine Sammlung von Stoff ansah, aus welchem er mit
künstlerischem Sinn und Geschick Mären bildete, durchhaucht
von der Fülle seiner Gedanken und Empfindungen, hielt sich
der Reimer streng an seine Vorlage, die er auch nicht um ein
Tüpfelchen zu bereichern oder gar durch Gedanken und Empfindungen
erst zum Leben zu erwecken versucht hat. Ja, die
Aurea legenda muss ihm eigentlich, trotzdem er sich genau
an dieselbe hält, betreffs ihrer kirchenkalendarischen Ordnung
noch viel zu geistreich gewesen sein. Er gibt nur die Thatsaclien.
Ich will bloss ein paar Beispiele anführen, die zugleich
zeigen, mit welcher Unwissenheit der Reimer geschmückt war.
18. De s. crucis inventione.
Nach gottes marter zwayhundert
jar
Und dreizzikch für war
Fuern dye Ungern mit gewalt
Mit einem her ungezalt
Pey der Tunaw auf römisch
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Jacobus ed. Graesse p. 305.
Istud lignum crucis pretiosum
per annos CC et ultra sub terra
latuit . . In tempore illo congregata
est iuxta Danübium
fluvium multitudo innumerabilis
barbarorum . . . Quod ubi Constantinus
Imperator comperit,
castra movit et contra Danubium
se cum suo exercitu collocavit
ad barbarorum crescente
multitudine.
Er kennt an der Donau also keine andern barbarischen
Völker als die Ungern und zwar schon 230 Jahre nach Gottes
Marter. Um ihn zu entschuldigen, darf man sich nicht auf die