lieber flas mhd. Buch der Märterer.
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Schwaben und den Schweizern noch nicht vorhanden war,
d. h. im zweiten, dritten Jahrzehend des XIV. Jahrhunderts.
Für diese Zeit spricht auch eine andere merkwürdige
Stelle. Der Reimer, ein strenger Anhänger Roms, äussert sich
öfter gegen die Ketzer. In der Legende vom h. Polycarpus
sagt er über dessen Flucht und Verborgenheit und betont
zugleich seine römische Gesinnung:
Wan swä bi den jären die Christen wären
die muosten sich verheln alle, als nun die ketzer al
mitalle
sich rnüezen heln vor den Christen, die ir leben wellent
fristen.
dö von den grozen sorgen die Christen muosten sin
verborgen,
hin ze Rome wart erlcant der geloube dar nach diu
lant
sich nach Rome rihten und sich nach gote slihten
6, 36—47.
Er lebtö also in einer Zeit, wo die Ketzerei und die
römische Rechtgläubigkeit mitsammen in hartem Streit lagen,
was für die schwäbisch-fränkischen Lande besonders im dritten
und vierten Jahrzehende des XIV. Jahrhunderts der Fall war.
So erzählt L. Friese (ed. J. P. Ludewig, Frankfurt
1713) S. 626 von einem Conrad Hager zu Würzburg, der
seines Standes ein Laie, aber sonst der Schrift nicht gar ungelehrt,
sich gegen alles Messfrohnen, Seelgeräthe u. s. w. erklärte,
es sei ,lauter grempeley und pfaffengeiP, und andere
solche Irrlehren vortrug; er ward gezwungen zu widerrufen am
vierten Tage des Hornungs anno 1342.
Am 15. Julii anno 1342 musste der Priester Johann
Küchner zu Würzburg widerrufen, der unter andern Irrlehren
auch behauptet hatte, dass die Päpste und Bischöfe
ihres Amtes halben nicht grösser oder mehr wären denn
andere Priester. Ja, in richtiger Folgerung aus diesen Lehren
hatten am 16. Juli 1338 die deutschen Fürsten den Kaiser
Ludwig auf dem Tage von Rense vom päpstlichen Banne
losgezählt und der geistlichen Macht alles und jedes Recht ip
weltlichen Dingen feierlich abgesprochen.