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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 70. Band, (Jahrgang 1872)

170

Haupt.

wurde.  Derselbe  hat  zwar  mehr  als  eine  Legende  ausgelassen,
die  er  doch  im  Register  vorne  verzeichnete,  würde  das  aber
bei  einem  einheimischen  Heiligen  der  Donaulande  schwerlich
gethan  haben,  wenn  er  ihn  darinnen  gefunden  hätte.
Dagegen  finden  sich  der  besonders  am  Rhein  verehrten
Heiligen  eine  grosse  Zahl,  deren  Legenden  kaum  von  einem
oder  dem  andern  Reimer  zum  Gegenstand  seiner  Kunst  oder
Unkunst  gemacht  wurde:
1.  Hilarius.  8.  Blasius.  29.  Albanus.  34.  Bonifacius.
37.  Kilian.  40.  Apollinaris.  52.  Afra.  66.  Verena.  72.  Mauricius.
  78.  Columbanus.  81.  Gereon.
Das  sind  also  lauter  längs  des  Rheinstroms  wohlbekannte
und  vielverehrte  Heilige.  Die  übrigen  sonst  vom  Dichter  behandelten ­
  Legenden  betreffen  entweder  allgemeine  christliche
Feste,  wie  die  Frauen-  und  Kreuztage,  die  Apostel  und  Evangelisten, ­
  oder  es  sind  geradezu  nur  römische,  wälsche  Saucti
proprii.
Die  oben  ausgehobenen  Legenden  geben  dem  Verfasser
Gelegenheit,  seine  Bekanntschaft  mit  den  rheinischen  Landen
zu  verrathen.
Theonestus  selber  kert  über  swaebisch  alben  wert  29,107.
und  wiht  in  ze  bischofe  sä  hinze  Menze  bi  dem  Rine
da  34,  123.
ein  stat  Augspurc  ist  genant  diu  hiute  lit  in  Swäben
lant  52,  1.
bi  dem  wazzer  wol  erkant  daz  der  Lech  ist  genant
52,  353.
und  bräht  sin  clöster  schone  für  daz  ez  hiute  stät  in
höher  kür
wan  ez  über  alliu  diutsch  lant  ist  wert  unde  wol  erkant
78,  253.
sagt  er  von  San-Gallen.
Merkwürdig  ist  die  Stelle,  wo  er  die  Alpen  noch  als
schwäbisch  bezeichnet,  wie  29,  107  und  dann  ein  zweites  Mal
zu  der  Swäben  alben  wert  52,  271.
Er  hat  also  zu  einer  Zeit  gelebt,  als  die  alemannischen
Lande  im  Hochgebirge  noch  zum  Herzogthum  Schwaben  gehörten, ­
  und  die  spätere  wüthende  Feindschaft  zwischen  den
            
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