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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 70. Band, (Jahrgang 1872)

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Ueber  das  mild.  Buch  der  Märterer.

Zwei  Reimpaare:  lät:  hat  :  stat  :  hat  234.  und  wahrscheinlich
sind  auch  die  Reime  inne  :  sinne  :  brinnen  :  gelingen  23.  so
gemeint.
mäht  :  mäht  127.  andäht:  brähte  156.  braute  :  erkant  164.
III.
Der  Dichte  r.
Schon  (J.  W  e  i  n  h  o  1  d  hat  in  den  ,Mittheilungen  des
historischen  Vereins  für  Steiermark.  Gräz  1859/  S.  55  ff.  über
das  Doppelblatt  aus  dem  Murauer  Archive  oder  die  Bruchstücke ­
  von  23  (Eustachius)  und  25  (Petrus  exorcista)  bemerkt:
,Der  Dichter  muss  ein  Schwabe  gewesen  sein  und  im  14.  Jahrhundert ­
  gelebt  haben.  Die  Handschrift  ist  nicht  viel  später
geschrieben  als  gedichtet.  Kenner  werden  die  Richtigkeit
meiner  Bemerkung  aus  folgenden  Reimen  ersehen/  Er  gibt
sodann  einige  der  Reime  des  Dichters.
Diese  Ansicht  Weinhold’s,  der  nicht  wusste,  wohin
das  von  ihm  bekannt  gemachte  Doppelblatt  gehöre,  wird  durch
die  im  Abschnitt  II.  vorgelegte  Reimkunst  vollauf  bestätigt
und  näher  dahin  bestimmt,  dass  der  Dichter  kein  Oberschwabe,
sondern  in  den  niederschwäbisch  -  fränkischen  Gegenden  zu
Hause  war.  Daran  hat  auch  K.  Gödeke  gedacht,  als  er  die
Gräfin  von  Rosenberg,  in  deren  Auftrag  das  umfangreiche
Werk  gearbeitet  wurde,  für  das  reichsfreie  und  uralte  Geschlecht
derer  von  Rosenberg  in  Schwaben  und  Franken  in  Anspruch
nam,  das  1632  ausgestorben  ist'.
Aus  dem  Inhalte  des  Buchs  lässt  sich  ebenfalls  dasselbe
zeigen.  Der  Dichter  kennt  keinen  einzigen  in  den  bairischösterreichischen ­
  Landen  besonders  verehrten  Heiligen,  am  allerwenigsten ­
  einen  der  eingebornen  oder  nationalen,  wie  den
h.  Ruprecht,  den  h.  Wolfgang  und  andere.  Die  Kloster-Neuburger ­
  ist  dafür  ein  um  so  besserer  Zeuge,  als  sie  in  Kloster-Neuburg
  von  einem  Angehörigen  des  Stiftes  selbst  geschrieben
1  Struve,  Archiv  ,  P  I.  p.  248.  Das  Geschlecht  war  vorzüglich  an  der
Tauber  begütert  und  in  vielfache  Fehden  mit  den  Bischöfen  von  Würzbürg
  verwickelt.
            
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