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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 70. Band, (Jahrgang 1872)

Haupt.  Ueber  das  ralid.  Buch  der  Märterer.

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Ueber  das  mhd.  Buch  der  Märterer.
Von

Josef  Haupt.

In  der  Abhandlung'  Uber  das  mitteldeutsche  Buch  der  Väter
habe  ich  (Sitzungsberichte  Bd.  LXIX.  S.  109)  bereits  bemerkt,
dass  von  dem  Buche  der  Märterer  noch  mehr  Hss.  vorhanden
sind,  wenn  auch  nur  in  Trümmern,  als  man  bisher  geglaubt
hat.  Seit  Hoff  mann  von  Fallersleben  zuerst  in  den  Altd.
Bll.  II.  86.  von  der  Kloster-Neuburger  Hs.  Nachricht  gegeben ­
  und  Wilken  in  seiner  Geschichte  der  Heidelb.  Büchers.
die  Heidelberger  Hs.  unter  Nr.  342,  S.  428  verzeichnet
haben,  ist  eigentlich  nichts.  weiter  für  eine  eingehende  Kunde
des  Buches  geschehen.  Im  Gegentheil  haben  die  Geschiehtforscher
  und  Geschichtschreiber  der  deutschen  Literatur  und
darunter  die  ersten  Namen,  wie  W.  Wackernagel,  eine  ganze
Reihe  von  Legenden,  die  sich  aus  dem  Buch  der  Märterer
in  verschiedenen  Hss.  der  k.  k.  Hofbibliothek  zu  Wien  und
anderwärts  zerstreut  vorfinden,  als  selbständige  Werke  behandelt, ­
  ohne  sich  zu  fragen,  ob  dieselben  nicht  etwa  Theile  eines
grösseren  Werkes  seien.
Die  Verwirrung,  die  schon  gross  genug  war,  ist  noch
gesteigert  worden  durch  einen  Irrthum  des  berühmten  Geschichtschreibers ­
  der  deutschen  Dichtung.  Gervinus  schiebt  II  5
S.  267  die  geistlichen  Dichtungen  zur  Seite  und  fährt  fort
seine  Meinung  zu  begründen  mit  den  Worten:  ,Dazu  kommt,
dass  diese  geistlichen  Dichtungen  nun  zum  grossen  Theil  eine
mehr  blos  örtliche  Bedeutung  und  eingeschränkte  Verbreitung
            
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