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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 6. Band, (Jahrgang 1851)

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vorhandenen  Quellen  und  Hilfsmitteln,  eine  weise  Beherrschung
der  beinahe  unbegrenzten,  ewigem  Wechsel  unterworfenen  Lautfiille
  des  grossen  slawischen  Sprachstammes,  eine  logische  Aufstellung ­
  des  kritisch  gesichteten  Materials,  eine  lichtvolle,  bündige
Darstellungsweise,  ein  rationelles  Verfahren  beim  Vordringen  von
der  nackten  Erscheinung  zu  dem  dieselbe  erklärenden  Grunde,  eine
umsichtige  Benützung  der  durch  die  neuere  historisch-comparative
Sprachforschung  für  die  allgemeine  Sprachwissenschaft  bereits
gewonnenen  Resultate,  kurz  ein  echt  wissenschaftlicher,  mit  tiefen
und  gründlichen  Studien  gepaarter  Geist  charakterisiren  dieses
Werk  auf  das  Vortheilhafteste,  und  bürgen  zugleich  dafür,  dass
durch  dasselbe  das  Gebiet  der  Linguistik  bedeutend  bereichert  und
die  Sprachwissenschaft  thatsächlich  weiter  gefördert  wird.  Einheimische ­
  sowohl  als  fremde  Sprachforscher  werden  ein  bis  jetzt
ungern  entbehrtes  Hilfsmittel  in  die  Hand  bekommen,  welches  jenen ­
  die  Einsicht  in  die  so  reiche  und  wichtige  slawische  Sprache,
diesen  den  Ueberblick  des  ganzen  Sprachgebietes  und  das  gründlichere ­
  Studium  der  einzelnen  Dialekte  wesentlich  erleichtern  wird.
Bei  so  hohen  Vorzügen  des  Werkes  würde  es  kleinlich  sein,  etwaige
Mängel  und  Gebrechen  desselben,  die  dem  Ganzen  keinen  Eintrag
thun,  und  bei  der  Schwierigkeit  der  Aufgabe,  bei  der  theilweisen
Lückenhaftigkeit  unserer  Sprachgeschichtsquellen  und  bei  der  Unzulänglichkeit ­
  der  bisherigen  Vorarbeiten  unvermeidlich  sind,  geflissentlich ­
  hervorzusuchen,  oder  seine  eigene,  von  manchen  der
hier  aufgestellten  Lehren  und  Erklärungsarten  abweichende  Ansicht
geltend  zu  machen.  Unendlich  lang  und  unvollendbar  ist  der  Weg
der  Forschung,  des  Suchens  der  Wahrheit,  und  glücklich  ist  Derjenige, ­
  welcher  sich  dabei  von  Stufe  zu  Stufe  erhebt  und  nicht  zurücksinkt. ­
  Ich  bin  demnach  der  unmassgeblichen  Meinung,  dass
diese  echt  wissenschaftliche  und  gediegene  Arbeit,  die  Frucht  gründlicher ­
  Studien  und  grossen  Fleisses,  den  von  der  Akademie  ausgesetzten ­
  Preis  in  vollem  Maasse  verdient.
Prag,  den  6.  März  1850.
Gutachten  des  llrn.  Palacky.
Indem  der  Unterzeichnete  Referent  den  ihm  durch  Sitzungsbeschluss ­
  vom  2.  Januar  1850  abgeforderten  Bericht  über  das  zur
Preisbewerbung  mit  dem  Motto  ,,Non  fumurn  ex  fulgore”  ein-Sitzb.
  d.  pliil.  hist.  CI.  VI.  Bd.  V.  Hit.  35
            
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