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vorhandenen Quellen und Hilfsmitteln, eine weise Beherrschung
der beinahe unbegrenzten, ewigem Wechsel unterworfenen Lautfiille
des grossen slawischen Sprachstammes, eine logische Aufstellung
des kritisch gesichteten Materials, eine lichtvolle, bündige
Darstellungsweise, ein rationelles Verfahren beim Vordringen von
der nackten Erscheinung zu dem dieselbe erklärenden Grunde, eine
umsichtige Benützung der durch die neuere historisch-comparative
Sprachforschung für die allgemeine Sprachwissenschaft bereits
gewonnenen Resultate, kurz ein echt wissenschaftlicher, mit tiefen
und gründlichen Studien gepaarter Geist charakterisiren dieses
Werk auf das Vortheilhafteste, und bürgen zugleich dafür, dass
durch dasselbe das Gebiet der Linguistik bedeutend bereichert und
die Sprachwissenschaft thatsächlich weiter gefördert wird. Einheimische
sowohl als fremde Sprachforscher werden ein bis jetzt
ungern entbehrtes Hilfsmittel in die Hand bekommen, welches jenen
die Einsicht in die so reiche und wichtige slawische Sprache,
diesen den Ueberblick des ganzen Sprachgebietes und das gründlichere
Studium der einzelnen Dialekte wesentlich erleichtern wird.
Bei so hohen Vorzügen des Werkes würde es kleinlich sein, etwaige
Mängel und Gebrechen desselben, die dem Ganzen keinen Eintrag
thun, und bei der Schwierigkeit der Aufgabe, bei der theilweisen
Lückenhaftigkeit unserer Sprachgeschichtsquellen und bei der Unzulänglichkeit
der bisherigen Vorarbeiten unvermeidlich sind, geflissentlich
hervorzusuchen, oder seine eigene, von manchen der
hier aufgestellten Lehren und Erklärungsarten abweichende Ansicht
geltend zu machen. Unendlich lang und unvollendbar ist der Weg
der Forschung, des Suchens der Wahrheit, und glücklich ist Derjenige,
welcher sich dabei von Stufe zu Stufe erhebt und nicht zurücksinkt.
Ich bin demnach der unmassgeblichen Meinung, dass
diese echt wissenschaftliche und gediegene Arbeit, die Frucht gründlicher
Studien und grossen Fleisses, den von der Akademie ausgesetzten
Preis in vollem Maasse verdient.
Prag, den 6. März 1850.
Gutachten des llrn. Palacky.
Indem der Unterzeichnete Referent den ihm durch Sitzungsbeschluss
vom 2. Januar 1850 abgeforderten Bericht über das zur
Preisbewerbung mit dem Motto ,,Non fumurn ex fulgore” ein-Sitzb.
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