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er sich nicht bloss auf die Angabe und Betrachtung des gegenwärtigen
Sprachgebrauches, sondern er berücksichtigt auch die älteren
Sprach- und Lautzustände überall, wo es nicht an Quellen gebricht,
und sucht die Entwicklung des Lautes durch alle seine Phasen zu
verfolgen, um so, den strengen Forderungen der historisch-comparativen
Sprachwissenschaft gemäss, seiner wahren Natur so nahe
als möglich zu treten. Dabei ist seine Fassung der Sprachregeln
und seine ganze Darstellung in hohem Grade klar und präcis, jeden
unnützen Wortprunk und jede Breite vermeidend. Von der innigen
Vertrautheit des Verfassers mit dem gesammten slawischen Sprachschätze,
so weit derselbe in den wichtigsten bisher gedruckten zum
Theil auch noch ungedruckten — dies gilt namentlich von dem
hier so wichtigen Altslowenischen — Sprachdenkmälern vorliegt,
zeugt fast jede Seite seines Werkes, woraus zu schliessen ist,
dass er die Arbeiten früherer Forscher auf diesem Gebiete
nicht unbeachtet gelassen, ohne dadurch der Selbstständigkeit
seiner Ansicht und seines Urtheils etw'as zu vergeben. Ebenso
scharf treten in dem Werke überall die Beweise der innigsten
Vertrautheit des Verfassers hervor mit dem jetzigen Gange
und Stande und mit den bereits gewonnenen Ergebnissen der
historisch-comparativen Sprachforschung im europäischen Abendlande,
was alles natürlich nicht ohne den wohlthätigsten Einfluss
auf das Gelingen seiner Arbeit bleiben konnte. Die Akademie
hat bei der Stellung der Preisfrage den Gegenstand derselben und
die gewünschte Form der Lösung nur in allgemeinen Umrissen angedeutet
und dabei auf die mustergültigen Werke der grossen Forscher
Grimm und Diez hingewiesen; unser Verfasser scheint
sich bei der Bearbeitung des Stoffes vorzüglich den ersten zum
Führer und Muster erkoren zu haben, und hat demselben meines
Dafürhaltens nicht ohne Glück nachgeeifert.
Wenn ich nun meine individuelle Ansicht über den Gehalt und
Werth des vorliegenden handschriftlichen Werkes so wie überdas
Verhältniss desselben zu der von der Akademie gestellten Preisaufgabe
in ein summarisches Endurtheil zusammenfassen soll, so
nehme ich keinen Anstand zu erklären, dass ich die Auffassung
der Aufgabe für richtig, die Ausführung für gelungen und die Lösung
für befriedigend halte. Eine gleichmässige Berücksichtigung
aller slawischen Sprachen nach ihrer relativen Wichtigkeit und den