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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 6. Band, (Jahrgang 1851)

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er  sich  nicht  bloss  auf  die  Angabe  und  Betrachtung  des  gegenwärtigen ­
  Sprachgebrauches,  sondern  er  berücksichtigt  auch  die  älteren
Sprach-  und  Lautzustände  überall,  wo  es  nicht  an  Quellen  gebricht,
und  sucht  die  Entwicklung  des  Lautes  durch  alle  seine  Phasen  zu
verfolgen,  um  so,  den  strengen  Forderungen  der  historisch-comparativen
  Sprachwissenschaft  gemäss,  seiner  wahren  Natur  so  nahe
als  möglich  zu  treten.  Dabei  ist  seine  Fassung  der  Sprachregeln
und  seine  ganze  Darstellung  in  hohem  Grade  klar  und  präcis,  jeden
unnützen  Wortprunk  und  jede  Breite  vermeidend.  Von  der  innigen
Vertrautheit  des  Verfassers  mit  dem  gesammten  slawischen  Sprachschätze, ­
  so  weit  derselbe  in  den  wichtigsten  bisher  gedruckten  zum
Theil  auch  noch  ungedruckten  —  dies  gilt  namentlich  von  dem
hier  so  wichtigen  Altslowenischen  —  Sprachdenkmälern  vorliegt,
zeugt  fast  jede  Seite  seines  Werkes,  woraus  zu  schliessen  ist,
dass  er  die  Arbeiten  früherer  Forscher  auf  diesem  Gebiete
nicht  unbeachtet  gelassen,  ohne  dadurch  der  Selbstständigkeit
seiner  Ansicht  und  seines  Urtheils  etw'as  zu  vergeben.  Ebenso
scharf  treten  in  dem  Werke  überall  die  Beweise  der  innigsten
Vertrautheit  des  Verfassers  hervor  mit  dem  jetzigen  Gange
und  Stande  und  mit  den  bereits  gewonnenen  Ergebnissen  der
historisch-comparativen  Sprachforschung  im  europäischen  Abendlande, ­
  was  alles  natürlich  nicht  ohne  den  wohlthätigsten  Einfluss ­
  auf  das  Gelingen  seiner  Arbeit  bleiben  konnte.  Die  Akademie
hat  bei  der  Stellung  der  Preisfrage  den  Gegenstand  derselben  und
die  gewünschte  Form  der  Lösung  nur  in  allgemeinen  Umrissen  angedeutet ­
  und  dabei  auf  die  mustergültigen  Werke  der  grossen  Forscher ­
  Grimm  und  Diez  hingewiesen;  unser  Verfasser  scheint
sich  bei  der  Bearbeitung  des  Stoffes  vorzüglich  den  ersten  zum
Führer  und  Muster  erkoren  zu  haben,  und  hat  demselben  meines
Dafürhaltens  nicht  ohne  Glück  nachgeeifert.
Wenn  ich  nun  meine  individuelle  Ansicht  über  den  Gehalt  und
Werth  des  vorliegenden  handschriftlichen  Werkes  so  wie  überdas
Verhältniss  desselben  zu  der  von  der  Akademie  gestellten  Preisaufgabe ­
  in  ein  summarisches  Endurtheil  zusammenfassen  soll,  so
nehme  ich  keinen  Anstand  zu  erklären,  dass  ich  die  Auffassung
der  Aufgabe  für  richtig,  die  Ausführung  für  gelungen  und  die  Lösung ­
  für  befriedigend  halte.  Eine  gleichmässige  Berücksichtigung
aller  slawischen  Sprachen  nach  ihrer  relativen  Wichtigkeit  und  den
            
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