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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 6. Band, (Jahrgang 1851)

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Die  einzelnen  slawischen  Mundarten,  oder  nach  unserem  Verfasser ­
  Sprachen,  deren  Lautlehre  nun  der  ganze  übrige  Theil  des
Werkes  gewidmet  ist,  sind  folgende  :  die  a  11  s  1  o  w  e  n  i  s  c  h  e,  die
n  e  us  1  o  wen  i  s  ch  e  (d.  i.  di  e  wi  n  d  i  s  ch  e  oderkraine  rische,
kä’rnthnerische  und  steirische),  die  bulgarische,  die
serbische  (die  illyrisch  ealsidentischmitbegri  ff  en),
die  klein  russische,  die  russische,  die  böhmische,
die  polnische,  die  oberserbische,  und  die  niederserbische. ­
  Das  ehedem  als  ein  selbstständiger  Dialekt  unterschiedene ­
  Kroatische  fiel  weg,  weil  das  Provinzial-Kroatische
nur  eine  Fortsetzung  des  Neuslowenischen,  das  Militärgränz-Kroatische
  aber  von  dem  Serbischen  oder  Illyrischen  fast  nur
nominell  verschieden  ist-Bei
  einem  jeden  von  den  genannten  Dialekten  beginnt  die  Untersuchung ­
  mit  der  Aufzählung  und  Eintheilung  der  in  ihm  vorkommenden ­
  Laute,  worauf  dann  die  specielle  Betrachtung  eines  jeden
Lautes  folgt,  d.  i.  die  Nachweisung  seiner  eigenthümlichen  Natur,
wie  sie  sich  aus  den  an  demselben  wahrnehmbaren  Erscheinungen
grammatisch  erkennen  und  in  bestimmte  Regeln  fassen  lässt.  So
wird,  um  dicss  durch  ein  Beispiel  anschaulich  zu  machen,  in  der
altslowenischen  Sprache  bei  dem  Laute  a  zuerst  seine  Aussprache
angegeben;  hierauf  werden  die  Stammwörter  aufgezählt,  in  denen
dasselbe  im  Anlaute  oder  Inlaute  vorkommt,  und  weiter  wird  seine
Verwandlung  oder  sein  Wechsel  mit  andern  Vocalen,  seine  euphonische ­
  Einschaltung  und  seine  Function  als  Steigerung  eines  andern
Wurzelvocals  besprochen.  Am  Schlüsse  der  Lehre  von  den  einzelnen ­
  Vocalen  werden  die  allgemeinen  ihnen  zuständigen  und  in  ihrem
Wesen  begründeten  Erscheinungen,  nämlich  die  Assimilation,  der
Hiatus,  die  Lautsteigerung,  die  Kürze  und  Länge,  endlich  der  Ton
in  Betracht  genommen.  In  ähnlicher  Weise  werden  die  Consonanten
  behandelt;  auch  hier  werden  sowohl  die  einem  jeden  specifischzukommenden
  Eigenschaften,  als  auch  die  mehreren  oder  allen  gemeinschaftlichen ­
  Merkmale,  wie  sie  der  Sprachgebrauch  zur  Erscheinung
bringt,  als  da  sind  :  Laut  oder  Aussprache,  Gebrauch,  Verwandlung,
Wegfall,  Einschaltung,  Assimilation  und  Versetzung  oder  Umstellung
derselben,  der  Betrachtung  unterworfen,  und  hiebei  sowohl  das
was  als  Regel  gilt,  als  auch  das  was  als  Ausnahme  anzusehen  ist,
näher  bestimmt.
            
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